- XRP steht kurzfristig unter Verkaufsdruck, weil mehr als 31 Millionen XRP auf Binance transferiert wurden.
- Santiment sieht im größten Verlust-Spike seit 2022 ein mögliches Kapitulationssignal nahe eines Bodens, aber kein sicheres Rally-Signal.
Bei XRP zeigen die jüngsten On-Chain-Daten einen möglichen Wendepunkt: Zwar ist der Verkaufsdruck weiterhin hoch. Gleichzeitig könnte ein historischer Spike bei den realisierten Verlusten darauf hindeuten, dass sich dieser Druck langsam erschöpft.
31 Millionen XRP fließen auf Binance
Crypto-Analyst Darkfost (@Darkfost_Coc) beschreibt den Markt aktuell als richtungslos. Bitcoin laufe weiter seitwärts, und genau diese fehlende Dynamik belaste Altcoins.
In einem X-Post vom frühen 23. Februar schreibt Darkfost: „Bitcoin bewegt sich weiter in einer Spanne und liefert kurzfristig nur begrenzte Richtungsklarheit. Dieser Mangel an Momentum belastet den breiteren Markt, wobei Altcoins in Abwesenheit eines klaren Trends weiter unterdurchschnittlich abschneiden.“
Der für XRP entscheidende Punkt ist der Transfer zu Binance. Laut Darkfost wurden „mehr als 31 Millionen XRP“ an einem einzigen Tag auf die Börse bewegt. Binance sei bei großen Transaktionen wegen der tiefen Liquidität weiterhin die bevorzugte Plattform. Das ist relevant, weil Einzahlungen auf Börsen oft auf Verkaufsabsichten hindeuten – auch wenn ein Zufluss allein noch keinen Verkauf beweist.
Die Zuflüsse wurden vor allem von den größten Holder-Kohorten getragen und verteilten sich wie folgt: Kleinsthalter (unter 1.000) mit 6.543, kleine Holder (1.000–10.000) mit 73.630, mittlere Holder (10.000–100.000) mit 2.938.809, große Holder (100.000–1 Mio.) mit 14.236.825 und Wale (über 1 Mio.) mit 14.494.865 XRP.

Darkfost beziffert den möglichen Verkaufsdruck auf rund 45 Millionen US-Dollar: „Insgesamt entspricht dies einem plötzlichen potenziellen Verkaufsdruck von fast 45 Millionen US-Dollar, der eng überwacht werden sollte. Sollte dieser Verkaufsdruck anhalten, könnte XRP Schwierigkeiten haben, sich kurzfristig von seiner laufenden Korrektur zu erholen.“
Entscheidend ist also, ob weitere Zuflüsse folgen und die Tokens tatsächlich verkauft werden.
Santiment: Größter Verlust-Spike seit 2022
On-Chain-Datenanbieter Santiment sieht gleichzeitig ein weiteres Extrem in den Daten. Der On-Chain-Datenanbieter schrieb am 21. Februar: „XRP verzeichnete den größten Spike bei realisierten On-Chain-Verlusten seit 2022. Als der vorherige Wochenwert von -1,93 Milliarden bei realisierten Verlusten vor 39 Monaten erreicht wurde, legte XRP in den folgenden acht Monaten um 114% zu.“

Santiment begründet das mit klassischer Marktpsychologie. „Signifikante realisierte Verluste entstehen, wenn viele Investoren ihre Coins zu einem niedrigeren Preis verkaufen, als sie ursprünglich bezahlt haben. Das fällt meist mit einer Phase zusammen, in der Angst den Markt dominiert. Wenn Trader in Panik kapitulieren, realisieren sie ihre Verluste, anstatt auf eine Erholung zu warten.“
Das bedeutet allerdings nicht automatisch eine sofortige Erholung oder den Boden. Santiment macht das selbst klar: Solche Ausschläge treten historisch oft nahe Marktböden auf, garantieren aber keine unmittelbare Rally. Aus Santiment-Sicht spricht das eher dafür, dass ein Teil des Verkaufsdrucks bereits raus ist. Ein leicht bullisches Zeichen.

