- VISA und der auf Stablecoins spezialisierte Zahlungsinfrastruktur-Provider Bridge intensivieren ihre Kooperation und werden Stablecoin-kompatible VISA-Karten auf den Markt bringen.
- Man baut auf Pilotprojekten auf, zu denen Bridge bereits die Infrastruktur lieferte. Jetzt geht man einen Schritt weiter und will Stablecoins zur Abwicklung regulärer Kartentransaktionen nutzen.
Kern des Verfahrens ist die Verwendung von Stablecoins wie USDC für die Abwicklung zwischen ausstellenden Banken, Händlern und VISA.
Für Karteninhaber ändert sich nichts. Sie bezahlen wie gewohnt, während im Hintergrund die Transaktion zwischen den beteiligten Stellen per Stablecoin abgewickelt wird.
Bridge liefert dafür die technische Schicht, die verschiedene Blockchains verbindet und die Abwicklung automatisiert. Laut VISA soll das Kosten senken, Abwicklungszeiten verkürzen und internationale Zahlungen vereinfachen.
Besonders für Regionen mit schwacher Bank-Infrastruktur sieht man das Potenzial für schnellere, verlässlichere Abläufe bei gleichzeitiger Kostenersparnis.
Zugang für Fintechs und Banken
Ein zentrales Element der erweiterten Kooperation ist die Öffnung für FinTechs und Banken, die eigene Kartenprogramme aufsetzen wollen.
Bridge stellt dafür eine modulare Infrastruktur bereit, die sowohl die Ausgabe von Karten als auch die Verwaltung der Stablecoin‑Abwicklung umfasst.
VISA übernimmt die Einbindung in das bestehende Händlernetz. Für die Unternehmen bedeutet das: Sie können ohne eigene Blockchain‑Integration auf Stablecoins basierende digitale Zahlungen anbieten.
VISA versichert, dass alle Abläufe den geltenden regulatorischen Vorgaben entsprechen, insbesondere in Bezug auf Geldwäscheprävention und Herkunftsnachweise.
Bedeutung für den globalen Zahlungsverkehr
Stablecoins werden zunehmend als technisches Basis für internationale Zahlungen genutzt. VISA verfolgt seit Jahren die Strategie, Digital-Assets in bestehende Abläufe einzubetten, ohne das diese für die Kunden komplizierter werden. Gemeinsam mit Bridge will man nun in den Massenmarkt.
Sollte das Modell in den zunächst anvisierten hundert Ländern funktionieren, wird das zu einer breiteren Akzeptanz von Dollar-Stablecoins führen und den Wettbewerb im internationalen Zahlungsverkehr verstärken.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob und wie schnell Banken und Fintechs das Angebot in ihre eigenen Produkte integrieren.

