- Rekord AG pilotiert digitale Produktpässe (DPP) auf VeChain.
- Laut Unternehmen verarbeitete das System im ersten Monat über 100.000 Transaktionen.
Rekord AG nimmt die EU-Verordnung zur umweltgerechten Gestaltung nachhaltiger Produkte (ESPR) als Auslöser für einen strukturellen Umbau von Produktdaten und nutzt in einem Pilotprojekt VeChain, um Digital Product Passports (DPP) als verifizierbare, laufend aktualisierte Datenschnittstellen in der Praxis zu testen.
In einem X-Post vom 08. Januar schreibt die Rekord AG, die eine Blockchain-basierte Plattform zur Datenverifizierung entwickelt, dass die EU-Verordnung eine Verschiebung von punktuellen Nachhaltigkeitsberichten hin zu dauerhaft belastbaren Nachweisen entlang der Lieferkette fordert:
„Die ESPR gibt eine klare Richtung für Produktdaten vor. Nachhaltigkeitsinformationen werden nicht länger als etwas betrachtet, das periodisch offengelegt wird“, schreibt das Schweizer Unternehmen. „Sie werden zu einem verifizierten operativen Vermögenswert, der kontinuierlich standhalten muss, während Produkte Lieferketten und Märkte durchlaufen.“
Rekord argumentiert, dass sich die Erwartungshaltung nicht nur auf mehr Transparenz richtet, sondern auf die Fähigkeit, Behauptungen über Zeit zu belegen, zu prüfen und erneut zu prüfen. DPPs sind dabei nicht nur ein „Label“, sondern eine Art Zugriffsebene auf ein System von Produktinformationen.
„Digitale Produktpässe werden oft als statische Outputs behandelt: ein QR-Code, ein digitales Etikett, etwas, das einmal veröffentlicht wird, sobald Anforderungen erfüllt sind“, so Rekord. „In der Praxis funktioniert ein DPP am besten als Interface in ein System of Record für Produktinformationen.“
Laut dem Unternehmen sollen ERPs, PIMs, Lieferantenportale und Zertifizierungssysteme weiterlaufen. Die Rekord AG will die dort entstehenden Daten in „verifizierbare, zeitgebundene Evidenz“ überführen. Nach Darstellung des Unternehmens werden Materialzusammensetzung, Fertigungsschritte, Lieferantenattestierungen, Zertifikate und Lifecycle-Metriken als Events erfasst, an die Quelle gebunden, mit Zeitstempel versehen und kontextualisiert.
Um den Verifikationsstatus sichtbar zu machen, hat die Rekord AG den „Trust Explorer“ entwickelt. Regulatoren könnten Compliance prüfen, ohne sich ausschließlich auf manuelle Audits zu stützen; Unternehmen könnten Lieferantenaussagen konsistenter bewerten; Partner könnten sich auf geteilte Evidenz beziehen.
VeChain-Pilot: 100.000 Transaktionen im ersten Monat
Konkreter wird Rekord beim Proof-of-Scale: In einem ersten Pilot mit VeChain hat das System im ersten Monat mehr als 100.000 Transaktionen verarbeitet:
„In Rekords erster Pilotphase mit VeChain verarbeitete das System im ersten Monat über 100.000 Transaktionen ohne Leistungseinbußen. Operative Datenströme wurden in Echtzeit verankert und verifiziert, was Rekords Fähigkeit zur Unterstützung großer Datenmengen in komplexen Lieferketten unter Beweis stellte.“
Gleichzeitig betont das Unternehmen, der Pilot habe auch die Multi-Chain-Fähigkeit validiert:
„Da digitale Produktpässe zunehmend heterogene Infrastrukturen umfassen, wird die Fähigkeit, Produktdaten über verschiedene Lieferketten hinweg zu verankern und abzugleichen, unerlässlich. Die Architektur von Rekord ist darauf ausgelegt, diese Komplexität zu bewältigen und gleichzeitig Konsistenz und Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten.“
VeChain baut mit der Kooperation seine reale Adaption in der Wirtschaft weiter aus. In 2019 sorgte das Projekt mit einer Zusammenarbeit mit BMW im Kontext von Supply-Chain-Transparenz und Datenverifikation für Aufsehen. Auch mit Walmart arbeitete VeChain in 2020 zusammen. Es ging um die Erprobung blockchain-gestützter Rückverfolgbarkeit sowie um die Produkt- und Herkunftsdaten entlang der Lieferkette.

