- Die Standard Chartered Bank rechnet mit einer weiteren, deutlichen Korrektur am Kryptomarkt. Man geht von einem Bitcoin-Kursverfall auf 50.000 Dollar aus.
- Für Ethereum erwartet man ein Tief von 1.400 Dollar. Die Bank senkt noch andere Kursziele für 2026, hat aber langfristig positive Erwartungen.
Im Zentrum der Standard-Chartered-Analyse stehen die großen Abflüsse aus US‑Bitcoin‑ETFs. Seit dem Hoch im Oktober sind rund 100.000 BTC aus den Fonds abgezogen worden, was laut Geoff Kendrick, Bereichsleiter Digital-Asset-Research bei Standard Chartered, einen strukturellen Verkaufsdruck erzeugt.
Besonders problematisch sei, dass viele Anleger beim Kurs um 90.000 Dollar eingestiegen sind und nun tief in der Verlustzone sitzen. Diese Gruppe neige eher dazu, Positionen zu schließen, statt den Markt zu stützen. Gleichzeitig bleibe die Nachfrage von Unternehmen, die Bitcoin in der Bilanz halten, hinter den Erwartungen zurück. Damit fehlen wichtige Käufer, die frühere Korrekturen abgefedert haben.
Konjunkturschwäche erhöht Abwärtsrisiko
Standard Chartered verweist zudem auf ein zunehmend fragiles konjunkturelles Umfeld. Die US‑Notenbank verschiebt Zinssenkungen erneut, während die US-Wirtschaft an Kraft verliert. Hinzu kommt Unsicherheit über die künftige Leitung der Bundesbank, was die Risikobereitschaft institutioneller Anleger senkt.
Kendrick erwartet deshalb eine „finale Kapitulationsphase“, die durch Liquidationen, Risikoaversion und die enge Korrelation mit schwachen Aktienmärkten ausgelöst werden könnte. Im Vergleich zu früheren Bärenmärkten sei die Lage jedoch weniger dramatisch, da keine großen Player kollabiert sind.
Kursziele 2026 herabgesetzt
Außer den Bitcoin- und Ethereum-Prognosen hat Standard Chartered auch die Prognosen führender Altcoins gesenkt – für Solana auf 135, für XRP auf 2,80, für BNB auf 1.050 und für Avalanche auf 18 Dollar.
Die Anpassungen spiegeln laut Kendrick vor allem die aktuelle Marktschwäche und weniger eine fundamentale Neubewertung der Projekte. Trotz der kurzfristigen Risiken bleibt die Kendrick langfristig optimistisch und hält an der Erwartung fest, dass Bitcoin bis 2030 die halbe Million Dollar erreichen kann.
Korrektur ist notwendige Marktbereinigung
Die Analyse von Standard Chartered zeichnet ein Bild, das kurzfristig weitere Verluste signalisiert, langfristig jedoch strukturelle Stärke zeigt. Die Bank sieht die aktuelle Phase als Marktbereinigung. Für Anleger bedeutet das erhöhte Volatilität in den kommenden Monaten, während die langfristigen Wachstumsmotoren – institutionelle Adoption, ETF‑Strukturen und Angebotsverknappung – intakt sind und bleiben werden.

