- Ripple ist zuversichtlich, mit seinem XRP-Ledger digitale Zentralbankwährungen und Stablecoins für Milliarden Menschen weltweit zu verwalten.
- Laut Ripple müssen die Zentralbanken die Balance zwischen Zentralisierung einerseits und Innovation andererseits finden.
Das in San Francisco ansässige Blockchain-Startup Ripple ist bereits seit Jahren im FinTech-Bereich aktiv. Nun verstärkt das Unternehmen seine Bemühungen, den Billionen-Dollar-Markt der digitalen Zentralbankwährungen (CBDCs) zu bedienen.
Weltweit haben Zentralbanken begonnen, mit CBDCs zu experimentieren. Dazu gehören unter anderen die führenden Wirtschaftsnationen innerhalb der Europäischen Union, China, Indien und Australien. Die USA hingegen halten sich noch zurück, prüfen aber derzeit die finanziellen und rechtlichen Implikationen eines digitalen Dollars.
Ripple hat eein eigenes CBDC-Whitepaper veröffentlicht, das einen vollständigen Rahmen für die Implementierung von CBDCs beschreibt. Es enthält auch detaillierte Vorgehnsweisen zur Gewährleistung der globalen Interoperabilität der CBDCs.
Ripple will sich einen erheblichen Anteil dieses Billionen-Dollar-Markts sichern, die sich exponentiell entwickeln dürfte. In einem Tweet des Unternehmens heißt es dazu:
By 2024, at least 50% of the world's population is expected to use digital wallets for transactions, valued at over $9 trillion annually. 🌎
Our whitepaper explores how Central Banks can utilize #CBDCs to take advantage of this growth. https://t.co/ewnfvOenrD
— Ripple (@Ripple) November 26, 2022
„Unser aktueller Bericht zeigt, wie der XRPL Ledger von Ripple in der Lage ist, Stablecoins und CBDCs für Milliarden Menschen auf der ganzen Welt zu verwalten. Er bietet Schlüssel-Funktionalitäten wie Sicherheit, Zuverlässigkeit, Nachhaltigkeit und Interoperabilität, die für das gesamte Ökosystem entscheidend sein werden.“
Eine große Hürde für Ripple ist derzeit das immer noch vor Gericht verhandelte Rechtsstreit mit der SEC. Ripple-CEO Brad Garlinghouse sagte, die Bank of America strebe eine Partnerschaft mit Ripple an und wolle dessen ODL-Produkte verwenden. Auch Australiens CommBank will den XRP-Standard von Ripple sowohl für nationale als auch internationale Transaktionen einführen.
Abwägung zwischen Kontrolle und Innovation
Ripple sieht sich jedoch einiger Kritik ausgesetzt, da in der Kryptobranche die Befürchtung besteht, die CBDCs würden den Zentralbanken zuviel Kontrolle über das Geld der Kunden verschaffen. In seinem Whitepaper weist Ripple darauf hin, dass Zentralbanken den Wunsch nach Veränderung mit der Notwendigkeit, die Stabilität auf globaler Ebene zu erhalten, in Einklang bringen müssen. Es müsse eine für alle Beteiligten akzeptable Ausgewogenheit zwischen Zentralisierung auf der einen und Innovation auf der anderen Seite finden müssen:
„Falls die Zentralbanken nicht den breiten Zugang, die erweiterten nativen Funktionen und die Interoperabilität ermöglichen, die es ihren Währungen erlauben, anpassungsfähig und skalierbar zu sein, laufen sie Gefahr, die Kontrolle über die Infrastruktur für globale digitalisierte Dienstleistungen zu verlieren.“
Ripple fügte hinzu, dass die Zentralbanken auch den Nicht-Bank-Partnern einen besseren Zugang zu den wichtigsten Zahlungsverkehrssystemen und -Infrastrukturen bieten müssten, als sie es derzeit tun. Für schnellere grenzüberschreitende Transaktionen sei entscheidend, dass die Zentralbanken jetzt zusammenarbeiten, um die Probleme zu lösen, anstatt ein größeres Problem zu erzeugen, das dann später trotzdem gelöst werden müsse.

