- Die Anleger sind jedoch besorgt, dass die SEC gegen das Urteil Berufung einlegen könnte.
- Der Fall SEC./.Ripple wird in der heißen Wahlkampfphase zum Politikum, stellvertretend für alle von der Politik vernachlässigten Probleme der Kryptobranche.
Richterin Analisa Torres fällte das womöglich wichtigste Urteil der Kryptobranche. Die Entscheidung verpflichtet Ripple zwar zur Zahlung einer dreistelligen Millionenbuße wegen eines eher formalen Fehlverhaltens, lässt das Unternehmen aber prinzipiell weiter agieren wie bisher. Die Branche und die Anleger intepretieren das Urteil daher im Wesentlichen als Freispruch. Allerdings kann die SEC Berufung einlegen.
Nur ein Pyrrhus-Sieg für Ripple und XRP-Anleger?
Seit Dezember 2020, als der ehemalige SEC-Vorsitzende Jay Clayton die Klage gegen Ripple Labs einreichte, haben XRP-Anleger auf ein Ende des Falles gehofft. Obwohl das „Urteil im Schnellverfahren“ vor etwa einem Jahr erging, brachte die Entscheidung in dieser Woche den Anlegern das gewünschte Ergebnis.
Ripple-CEO Brad Garlinghouse haben auf die Zahlung von 125 Millionen US-Dollar reagiert. In einer Erklärung gegenüber der Fox Business Journalistin Eleanor Terrett, bezeichnete er SEC die 125 Millionen Dollar Strafzahlung als „Gewinn“, angesichts der von der SEC geforderten zwei Milliarden Dollar.
Garlinghouse sagt, dass sich das Unternehmen nach dem Urteil nun auf seinen Wachstumsskurs konzentrieren könne.
Der XRP-Kurs sprang nach dem Urteil am Mittwoch 20% hoch. Die Wachstumsrate trieb XRP auf sein wöchentliches Höchstniveau bei 0,6416 $. Inzwischen hat sich der Preis jedoch normalisiert. Beim Schreiben dieses Artikels wird XRP für 0,5899 $ gehandelt, ein Rückgang von 4,15 % innerhalb von 24 Stunden.
Das ist auf die Ungewissheit zurückzuführen, dass die SEC gegen den das Urteil aus dem Jahr 2023 immer noch Berufung einlegen könnte. Die Frist dafür ist 60 Tage ab Verkündung des aktuellen Urteils.
Solange die SEC nicht bestätigt, dass sie keine Berufung wegen die Klausel einlegen wird, die den XRP-Handel an Börsen klarstellt, könnten Anleger Grund haben, die Frist abzuwarten, bevor sie größer in XRP einsteigen.
Endlich nimmt ein Regulierungsrahmen Konturen an
Die US-Börsenaufsicht SEC hat sich mit ihrem Verständnis von Regulierung keine Freunde gemacht, nicht im Kongress, nicht in der Justiz, nicht im Markt und schon gar nicht in der Kryptobranche; und obwohl die Durchsetzung der einschlägigen Vorschriften natürlich zu ihren Aufgaben gehört, dürfte sich in naher Zukunft vieles an ihrem Gebaren ändern – ganz gleich, wer die Präsidentschaftswahlen gewinnt.
In beiden politisch relevanten Lagern hat sich die Erkenntnis durchgesetzt – bei den Republikanern früher, bei den Demokraten später – das die Stimmen der in den Kryptomarkt involvierten Wähler entscheidend sein könnten.
Donald Trump hat bereits ein deutliches Zeichen gesetzt, indem er angekündigte, als Präsident den SEC-Vorsitzenden Gary Gensler entlassen zu wollen.

