- Das Gericht lässt im Betrugsprozess gegen Sam Bankman-Fried Beweise für Spenden an Politiker zu und bringt sie mit dem Anklagevorwurf in Verbindung.
- Die Anklage umfasst auch Vorwürfe der Manipulation von Kryptowährungen, außerdem geht es um Fragen zum Drogenkonsum von Zeugen der Anklage
US-Bezirksrichter Lewis Kaplan hat bemerkenswerte Entscheidungen bezüglich des bevorstehenden Betrugsprozesses gegen Sam Bankman-Fried, den Gründer von FTX, getroffen. In einer 16-seitigen Vorverhandlungsanordnung vom 26. September steckte der Richter die Grenzen der zulässigen Beweismittel für den bevorstehenden Prozess ab, der am 3. Oktober beginnen soll.
Eine der wichtigsten Entscheidungen des Gerichts ist die der Anklage erteilte Erlaubnis, Beweise im Zusammenhang mit den Spenden von Sam Bankman-Fried an Politiker vorzulegen. Der Richter hat die Relevanz solcher Beweise für die Betrugsvorwürfe gegen Bankman-Fried unterstrichen, da sie Aufschluss über seine möglichen Motive und betrügerischen Absichten geben können.
Ursprünglich Bankman-Fried der Verschwörung zum Verstoß gegen die US-Gesetze zur Wahlkampffinanzierung sowie sieben weiterer Anklagen im Zusammenhang mit Betrug und Verschwörung beschuldigt. Aufgrund eines Auslieferungsabkommens mit den Bahamas wurden diese Anklagen jedoch später zurückgezogen. Dennoch kann die Staatsanwaltschaft nun in Richtung des Spendenverhaltens von Bankman-Fried ermitteln und entsprechende Beweise vorlegen.
Vorwurf der Kursmanipulation
Eine weitere bedeutsame Entscheidung von Richter Kaplan betrifft die Beweise für Bankman-Frieds Aktivitäten im Zusammenhang mit des FTX-Token. Er soll Alameda Research und die damalige Geschäftsführerin Caroline Ellison angewiesen haben, den Preis des Tokens zu manipulieren.
Richter Kaplan hat erklärt, dass die mutmaßliche Manipulation von Krypto-Token, die möglicherweise zur Manipulation der Finanzunterlagen von Alameda führten, Handlungen darstellen, die zur Förderung der angeklagten Verschwörung durchgeführt wurden. Das erlaubt es der Anklage, den Sachverhalt in das Verfahren einzuführen. Darüber hinaus seien Bankman-Frieds angebliche Anweisungen an Ellison, den Preis von FTT zu manipulieren, ein eindeutiger Beweis für ihre „vertrauensvolle Beziehung“.
Befragung von Zeugen der Anklage
Richter Kaplan hat dem Rechtsbeistand von Bankman-Fried die Befugnis erteilt, Zeugen der Anklage zu befragen. Dazu gehören Caroline Ellison, der ehemalige FTX-Ingenieur Nishad Singh und FTX-Mitgründer Gary Wang. Sie sollen auch zu ihrem etwaigen Drogenkonsum befragt werden.
In einer anderen Entscheidung hat Richter Kaplan Anträge der Anklage abgelehnt, etwa den, der Verteidigung ein Kreuzverhör von Zeugen zu bestimmten Sachverhalten zu untersagen. Die Entscheidung deutet darauf hin, dass diese Themen Gegenstand von Ermittlungen sein können.
Darüber hinaus hat Richter Kaplan Bankman-Fried Beschränkungen auferlegt, was die Erörterung bestimmter Themen während seiner Aussage angeht. Bankman-Fried ist es untersagt, Einzelheiten über seine Untersuchungshaft, seinen familiären Hintergrund, sein Vermögen oder sein Alter preiszugeben.
Der bevorstehende Prozess
Diese Weisungen von Richter Kaplan geben einen Einblick in den Rahmen und die Parameter des bevorstehenden Prozesses. Die Entscheidung, Beweise für Spenden und Kurs-Manipulationen zuzulassen, unterstreicht die juristische Strategie der Staatsanwaltschaft beim Aufbau ihres Falles gegen Bankman-Fried.
In wenigen Tagen werden Staatsanwaltschaft und Verteidigung ihre jeweiligen Argumente vortragen, und der Gerichtssaal wird zum Schauplatz der Prüfung dieser komplizierten rechtlichen Fragen. Es wird erwartet, dass der Prozess, der am 3. Oktober beginnen soll, große Aufmerksamkeit nicht nur der Kryptobranche, sondern der gesamten Öffentlichkeit auf sich ziehen wird.
Das Ergebnis dieses Prozesses wird sich nicht nur auf Sam Bankman-Fried persönlich auswirken, sondern auch auf die generelle Praxis der Regulierung in Bezug auf Kryptowährungen und ihre Rolle bei der Wahlkampffinanzierung.

