- Gestern kam es in Deutschland zu einer Störung des Online-Bankings mehrerer Großbanken. Betroffen waren Deutsche Bank, Postbank, Norisbank und Commerzbank.
- Kunden-Login war stundenlang nicht möglich. Ursache war laut offiziellen Angaben eine technische Störung auf der gemeinsamen IT-Plattform der Deutschen Bank-Gruppe.
Zwischen 10 und 13 Uhr konnten sich tausende Kunden nicht in ihre Konten einloggen. Weil viele Kunden es dann mit Telefon-Banking versuchten, war auch dieses schnell überlastet. Geldautomaten und Kartenzahlungen funktionierten aber weiter. Online-Überweisungen, Kontostandsabfragen und App-Zugriffe waren jedoch blockiert. Die Störung wurde am Nachmittag behoben.
Grund zur Sorge?
Technisch betrachtet handelt es sich um zentrale Ausfälle – sogenannte „Single Points of Failure“. Sie sind nicht absolut sicherheitskritisch, können aber trotzdem äusserst unangenehme Folgen haben:
Zahlungsverspätungen, kein Zugriff auf dringend benötigte Liquidität, verpasste Fristen. Für Unternehmen und Selbstständige, die auf Echtzeit-Zahlungsverkehr angewiesen sind, kann das existenzbedrohend sein.
Kritisch wird es, wenn solche Störungen mit Sicherheitslücken oder Angriffen kombiniert auftreten – etwa durch DDoS-Attacken oder kompromittierte Authentifizierungssysteme.
Kann das auch bei Krypto-Systemen passieren?
Es kann, aber nicht so. Zwar sind Blockchain-Datenbanken verteilte Systeme, also sowohl physisch als auch organisatorisch dezentralisiert, doch viele Altcoins und L2-Netze nutzen zentrale Cloud-Dienste – und die sind es in der Regel nicht.
Viele werden den Ausfall von Amazons AWS-Cloud vom 19. Oktober dieses Jahres noch in Erinnerung haben. Polygon, Base, MetaMask und Coinbase waren stundenlang gestört.
Der Vorfall zeigte, dass viele Krypto-Projekte trotz Blockchain-Technologie stark von zentraler Infrastruktur abhängen – und wenn die ausfällt, nutzt die schönste, regelmäßig hochgelobte Dentralisierung gar nichts. Bitcoin blieb übrigens weitgehend unbehelligt – ein Beleg für seine robuste Dezentralisierung.

Ausfälle sind in beiden Welten möglich
Im klassischen Banking entstehen sie meist durch zentrale IT-Probleme, bei Kryptowährungen durch externe Infrastruktur-Abhängigkeiten und deren Probleme. Wer maximale Ausfallsicherheit sucht, muss auf echte Dezentralisierung achten – und auf redundante, soll heißen, technisch unterschiedlich realisierte Zugänge. Leider ist das sehr teuer, und deswegen ist es die Ausnahme.
Es gibt eine offizielle Stellungnahme der Deutschen Bank zu dem aktuellen Vorfall. Ein Sprecher der Bank teilte mit:
„Der Zugang zu Onlinekonten der Deutschen Bank, der Postbank und der Norisbank war am Montag zeitweise eingeschränkt. Ursache war eine technische Störung. Die Störung wurde am Nachmittag behoben. Vereinzelt kann ein zweiter Login-Versuch erforderlich sein. Wir bitten Kunden um Verständnis für die entstandenen Unannehmlichkeiten.“
Die Bank hat keine weiteren technischen Details bekanntgegeben, aber die gleichzeitige Betroffenheit mehrerer Banken der Gruppe – weist eindeutig auf ein zentrales Infrastrukturproblem hin. Die Störung war laut Medienberichten gegen 13:30 Uhr weitgehend behoben.

