- Am Morgen des ersten Handelstags im neuen Golfkrieg sah man die Kryptobranche in Schockstarre. Die Luftangriffe auf den Iran und dessen Raketenbeschuss von Zielen in der gesamten Golfregion führten inzwischen zu einer weltweiten Kettenreaktion der Kryptomärkte.
- Aller zum Wochende verspürter Optimismus ist verschwunden und die Kryptobranche erfuhr eine massive Verkaufswelle, die vor allem gehebelte Positionen am Terminmarkt pulverisierte und Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung vernichtete.
In der Theorie wird Bitcoin oft als digitales Gold und sicherer Hafen gepriesen. Die Realität zeichnet ein anderes Bild. Als die Nachricht von der Sperrung der Straße von Hormus die Ticker erreichte, reagierte der Markt nach dem Muster für Risikoanlagen. Bitcoin verlor massiv an Boden und rutschte zeitweise unter 67.000 Dollar, während der Goldpreis auf Rekordhöhen kletterte.
Dieses Auseinanderklaffen von Anspruch und Realität verdeutlicht, dass institutionelle Anleger in Momenten akuter Unsicherheit Krypto-Assets weiterhin als spekulative Werte behandeln und Kapital in traditionell sichere Anlagen umschichten – und die sicherste Anlage seit ein paar Tausend Jahren ist nun einmal Gold.
Erst am Nachmittag setzte eine zaghafte Stabilisierung des Kryptomarkts durch erste Schnäppchenjäger ein.
Energiekosten und Krypto-Mining
Ein entscheidender Faktor für die aktuelle Marktschwäche ist die Explosion der Energiepreise. Durch die Blockade von 20% des weltweiten Erdölbedarfs in der Straße von Hormus schossen die globalen Energiepreise hoch.
Für die Miningbranche, die auf günstigen Strom angewiesen ist, kann das zur existentiellen Bedrohung werden, von Ausnahmen auf Island und in Norwegen einmal abgesehen.
Die Rentabilität vieler Miner ist schon jetzt nicht mehr gegeben, was zu einer Konsolidierung der Hashrate führen könnte. Bleiben die Preise länger auf dem aktuellen Niveau, müssen etliche Miner vorhandene Bestände zur Deckung laufender Ausgaben verkaufen.
DACH: Mehr Gegenwind durch neue Regulierung
Parallel zum Kriegsgeschehen verschärft sich die Situation für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz durch neue Rahmenbedingungen.

Seit Beginn des Jahres 2026 greifen EU-Transparenzrichtlinien, die eine automatische Meldung von Transaktionen an Finanzbehörden vorsehen.
Die aktuelle Marktpanik trifft somit auf ein Umfeld, in dem die steuerliche Dokumentation lückenlos sein muss. In der Schweiz reagieren zudem erste Großbanken auf die unsichere Lage und stoßen Beteiligungen an Krypto-Dienstleistern ab, was die Skepsis weiter erhöht.
Doch trotz der Kursverluste zeigt der Konflikt auch die Stärke dezentraler Netze: In Krisengebieten werden Kryptowährungen vermehrt als alternatives Zahlungsmittel genutzt, dort, wo Bankensysteme kollabieren.

