- Meta arbeitet an einem Stablecoin‑Projekt, das in der zweiten Jahreshälfte konkret werden soll. Vier Jahre nach dem gescheiterten Libra/Diem-Projekt ist es der zweite Versuch.
- Allerdings ist es ein völlig anderer Ansatz als bei Libra. Statt eines eigenen Tokens will Meta dieses Mal die Stablecoins externer, spezialisierter Partner integrieren.
Während Libra, später umbenannt in Diem, als Stablecoin konzipiert war, der von Meta selbst emittiert und verwaltet werden sollte, verfolgt das Unternehmen nun ein vergleichsweie risikoloses Konzept. Es soll kein eigener Stablecoin werden, sondern man will existierende Stablecoins wie USDC einbinden.
Die technische und organisatorische Abwicklung soll über Partner erfolgen, die bereits entsprechende Lizenzen haben und Infrastrukturen betreiben. Damit vermeidet Meta all die Probleme, die das ursprüngliche Projekt im Februar 2022 scheitern ließen.
Wallet‑Zahlungsfunktion für Milliarden Kunden
Meta arbeitet allerdings selbst an einer neuen Wallet‑Architektur, die Stablecoin‑Zahlungen in den eigenen Apps ermöglichen soll. Ziel ist ein einheitliches Zahlungssystem für Facebook, Instagram und WhatsApp.
Die Funktionen reichen von Peer‑to‑Peer‑Transfers über Creator‑Auszahlungen bis zu internationalen Mikro-Transaktionen. Für die technische Umsetzung soll es bereits Ausschreibungen geben.
Stripe gilt als besonders aussichtsreicher Kandidat, nicht zuletzt wegen der Übernahme des Stablecoin-Infrastruktur‑Anbieters Bridge und der engen Verbindung zwischen Stripe‑CEO Patrick Collison und der Meta‑Führungsriege.
Warum gerade jetzt?
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Der Stablecoin‑Markt hat sich seit dem Libra/Diem‑Debakel erheblich entwickelt. Stablecoins sind heute ein zentraler Bestandteil der globalen Krypto‑Liquidität. Damals, im Februar 2022, war vieles noch experimentell.
Heute zeichnet sich in den USA ein Regulierungsumfeld ab, das den praktischen Einsatz bestehender Stablecoins erleichtert. Hinzu kommt der wachsende Druck durch Wettbewerber wie X und Telegram, die ihrerseits an eigenen Zahlungssystemen tüfteln.
Mit mehr als drei Milliarden potenzieller Kunden dank Facebook, Instagram und WhatsApp verfügt Meta über einen Markt, der dem gesamten Stablecoin‑Sektor eine neue Dimension geben könnte.
Dazu muss das Projekt allerdings die operative Phase erreichen und nicht die Reste-Rampe, wie einst Libra/Diem.
Das nicht einmal halb fertige Stablecoin-Projekt wurde damals zum Schleuderpreis von 182 Millionen Dollar an die US-Bank Silvergate verscherbelt.
Die ging danach pleite, allerdings nicht deswegen, sondern als Kollateralschaden des FTX-Zusammenbruchs – aber das ist eine andere Geschichte.


