- 21X kommt als Unternehmen funktional einer Kryptobörse gleich – also einem Infrastrukturbetreiber ohne eigene Handelsfunktion – ist rechtlich jedoch als Händler einzuordnen, der Distributed-Ledger-Technologie nutzt.
- Der Zwitter erforderte deshalb eine neue EU-Kategorie. Die Brüsseler Sprachnebelwerfer leisteten ganze Arbeit und heraus kam: „DLT‑Handels- und Abwicklungssystem“, ein Begriff, der nicht das Geringste dessen vermuten lässt, was er bedeutet.
Die Schweizer Kryptobank AMINA ist nun als erste Bank auf dem DLT‑Handels- und Abwicklungssystem 21X aktiv. Es ist eine besondere Premiere in der Modernisierung des EU-Kapitalmarkts. Erstmals gibt es eine Komplett-Infrastruktur aus Verwahrung, Tokenisierung sowie reguliertem Primär- und Sekundärmarkt unter dem Dach einen einzigen Unternehmens.
21X operiert unter dem so genannten EU-Pilotregime und verbindet Börsenfunktionalität, Handel und dessen Abwicklung in einem einzigen, vollständig auf Smart Contracts basierenden Prozess.
AMINA-Bank im neuen Marktmodell
AMINA übernimmt die Funktion der Notierung von Assets auf X21 und ermöglicht Emittenten damit den Zugang zu einem regulierten Onchain‑Markt. Die Krypto-Bank übernimmt auch die Verwahrung der zugrunde liegenden Assets und begleitet Emittenten beim Onboarding.
Damit wird ein zentraler Engpass der vergangenen Jahre beseitigt: Institutionelle Emittenten brauchen schon lange eine Bank, die sowohl klassische Vermögenswerte verwahren als auch deren digitale Repräsentation in einem regulierten Umfeld unterstützen kann. Mit der AMINA-Bank ist beides nun direkt verfügbar.
Krypto-Technologie und Regulierung
Die Tokenisierung erfolgt über Tokeny auf Basis des Standards ERC 3643. Der Standard ermöglicht automatisierte Compliance‑Mechanismen, Rechteverwaltung und eine klare Trennung zwischen Asset und regulatorischen Anforderungen.
21X ist darauf aufbauend der regulierte Handels- und Abwicklungsort, der von der BaFin zugelassen und von der ESMA überwacht wird. Das EU‑Pilotregime erlaubt es, klassische Marktinfrastruktur durch Distributed Ledger Technologie zu ersetzen oder zu ergänzen.

Die Marktteilnehmer sehen in dem kooperierenden Trio aus AMINA, Tokeny und 21X den praktischen Beweis, dass regulierte Onchain‑Kapitalmärkte technisch und aufsichtsrechtlich umsetzbar sind.
Folgen für Emittenten und Institutionen
Institutionelle Investoren fordern seit Jahren regulierte Sekundärmärkte für tokenisierte Anleihen, Fondsanteile und andere Finanzinstrumente. Bisherige Projekte scheiterten an fehlender Marktinfrastruktur oder an der mangelnden Verbindung zwischen Verwahrung, Ausgabe und Sekundärmarkt.
Durch Einbeziehung einer entsprechend regulierten Bank sinkt die Eintrittshürde für Emittenten beträchtlich. Die vereinheitlichte Struktur gestattet, Vermögenswerte reguliert zu verwahren, digital abzubilden und anschließend auf einem regulierten Markt zu handeln.
Das schafft die Voraussetzung für höhere Liquidität und eine breitere institutionelle Krypto-Nachfrage.
EU-Position und internationale Perspektive
Die EU positioniert sich mit diesem Modell als Vorreiter bei der Umsetzung digitaler Marktinfrastrukturen.
Während andere Regionen noch fragmentiert vorgehen, zeigt das Zusammenspiel von AMINA und 21X, dass ein regulierter Onchain‑Kapitalmarkt in der EU bereits operativ nutzbar ist.
Die kommenden Jahre werden zeigen, ob das Pilotregime auf Dauer funktioniert und ob die neue Komplett-Infrastruktur mit ihrem Zwitter-Charakter ausreichend Umsatz anzieht, um sich als neuer Standard auf Dauer zu etablieren.

