- Führende Banken fürchten digitale Zentralbankwährungen (CBDC), obwohl die meisten Experten deren Vorteile betonen.
- Ein Wirtschaftsprofessor und ehemaliger Finanzminister beschreibt die Aversion von JP Morgan und anderen Mega-Banken vor CBDCs.
Während CBDCs für etliche Staaten ein Stabilitätsfaktor sein könnten, zumal herkömmliche digitale Währungen besonders volatil sind, sind die Großbanken diesen Krypto-Assets gegenüber nicht sehr aufgeschlossen.
Yanis Varoufakis, ehemaliger griechischer Finanzminister und Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Athen, hat die Sorgen der Großbanken detailliert beschrieben. Die dringlichste scheint sich derzeit um die digitalen Währungen der Zentralbanken (CBDCs) und die Bedrohung zu drehen, die sie für die Banken darstellen. Varoufakis vergleicht die Sorgen der Banken mit denen der Zigarettenhersteller, die einst wegen der verschärften Rauchverbote in Panik geraten waren:
„Einst wurde die Gier der Tabakkonzerne durch libertäre Empörung über die Einschränkung der Freiheit der Raucher, sich für Krebs zu entscheiden, kanalisiert. Heute dient die Empörung den Interessen der Banker, die angesichts der Aussicht auf digitale Zentralbankwährungen in Panik geraten.“
Eine CBDC der US-Notenbank könnte das die Geschäfte von JP Morgan und anderen „Too-Big-To-Fail“-Banken behindern, da die Dienstleistungen dieser Banken von ihren Kunden möglicherweise nicht mehr benötigt werden. Da Dienstleistungen, wie das Halten von Einlagen, die Verarbeitung von Zahlungen etc. „disintermediiert“ sind, wären sie – die Banken – plötzlich nicht mehr in der Lage, ganze Volkswirtschaften als Geiseln zu halten, bemerkte der Ökonom.
Varoufakis: CBDCs können globale Steuerhinterziehung eindämmen
Varoufakis erklärte weiter, dass es für die digitale Zentralbankwährung Raum gebe. Obwohl zahlreiche Kritiker ihre Sorgen und Bedenken gegenüber CBDCs geäußert haben, behauptet Varoufakis, dass diese Formen digitaler Vermögenswerte nicht nur schlecht sind.
Er plädiert für CBDCs angesichts des aktuellen Zustands des globalen Bankensektors und der damit verbundenen Gefahren für die Kunden. Er beharrt darauf, dass die CBDC-Branche einige der Probleme bekämpfen kann, mit denen das Bankensystem konfrontiert ist, darunter auch solche, die die Privatsphäre betreffen.
Sollte der CBDC-Markt der Demokratie Vorrang einräumen, könnte Steuerhinterziehung der Vergangenheit angehören, da ein demokratischeres Umfeld die Steuererhebung erleichtere. Darüber hinaus könne auch die Deflation bekämpft werden, bemerkte Varoufakis.
„Das System, das die Konten der Fed verwaltet, kann völlig anonymisiert werden – so wie Krypto-Konten anonym sind und durch eine lange Reihe von Zahlen identifiziert werden – während ein separates, von den zuständigen Behörden überwachtes System illegale Aktivitäten wie Steuerhinterziehung und Geldwäsche überprüfen kann. Auf diese Weise kann eine ordnungsgemäße und demokratisch kontrollierte CBDC-Einführung die kombinierten Vorteile einer stärkeren Steuererhebung, der Bekämpfung der Deflation und eines verbesserten Schutzes vor Big Brother – und seinen vielen kleinen Brüdern – bieten.“

