- Italien überprüft seine Krypto-Vorschriften, nachdem Europol eine Geldwäsche-Operation zerschlagen hat, bei der umgerechnet rund 700 Mio € gewaschen worden waren.
- Je nach Ausgang der Überprüfung müssen Kryptoservice-Anbieter strengere Compliance-Praktiken anwenden oder sogar bestimmte Angebote einschränken.
Das italienische Wirtschaftsministerium ordnete eine umfassende Überprüfung der bestehenden Schutzmaßnahmen für Krypto-Anlagen an, insbesondere für solche, die von Kleinanlegern gehalten werden. Die Überprüfung umfasst sowohl direkte als auch indirekte Krypto-Bestände und zeigt die Besorgnis der Regulierungsbehörden über die potenziellen Risiken, die durch das zunehmende Engagement in digitale Vermögenswerte entstehen.
Die Behörden erklärten, dass sich der Renditeunterschied zwischen italienischen und deutschen Staatsanleihen in den letzten Monaten verringert hat und sich dem Niveau vor der Staatsschuldenkrise annähert.
Auslöser der Untersuchung
In der Erklärung eines eigens gebildeten Ausschusses heißt es:
„Die Risiken, die mit der Verbreitung von Krypto-Assets verbunden sind, könnten aufgrund der zunehmenden Verflechtung mit dem Finanzsystem und der regulatorischen Fragmentierung auf internationaler Ebene zunehmen.“
Ein Punkt, der Anlass zur Besorgnis gibt, ist die „regulatorische Arbitrage“, bei der Unternehmen nach Rechtsordnungen mit lockererer Aufsicht suchen und dann die „Passporting“-Rechte nutzen, um in der gesamten EU tätig zu werden. Dies führt zu potenziellen Schwachstellen beim Anlegerschutz.
Im Rahmen der Überprüfung wird genau untersucht, ob die bestehenden Regelungen ausreichend sind. Im Rahmen der Überprüfung könnten strengere Anlegerschutzvorschriften für Kleinanleger erlassen werden, unabhängig davon, ob sie Kryptowährung direkt oder indirekt über Fonds oder Derivat-Produkte halten. Es könnte dazu führen, dass eine engere Angleichung an EU-weite Regulierungsnormen angestrebt wird, um die regulatorische Fragmentierung, die die Wirksamkeit der MiCA untergräbt, zu verringern.
Der Schritt Italiens kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die europäischen Regulierungsbehörden Kryptowährungen verstärkt unter die Lupe nehmen. Im April wies die Bank auf spezifische Bedenken hin: volatile Krypto-Vermögenswerte wie Bitcoin, steigendes Engagement von Unternehmen in Kryptowährungen und die zunehmende Verwendung von an den Dollar gebundenen Stablecoins, die, wenn sie „systemisch“ würden, Schwachstellen schaffen könnten.
Europol deckt Krypto-Betrug auf
Mehrere EU-Polizeibehörden haben in Zusammenarbeit mit Europol ein Kryptobetrugs- und Geldwäsche-Netz zerschlagen, das Kryptobörsen und Investitionsplattformen umfasste. Die Kriminellen hatten über 700 Millionen Euro an illegalen Geldern gewaschen, womit es sich um eines der größten Betrugsnetze handelt, das bisher in Europa stillgelegt wurde.
Die Operation, die von Europol zusammen mit nationalen Polizeikräften aus mehreren Ländern, darunter Deutschland, Zypern, Spanien, Belgien, Frankreich und Malta, koordiniert wurde, gipfelte in einer Reihe von Razzien, Festnahmen und Beschlagnahmungen.

