- Die IOTA Stiftung richtet für TWIN ein neues Expert Advisory Board ein, mit klarem Fokus auf Großbritannien.
- Das Board soll TWIN an echte Zollprozesse, IT-Systeme und Compliance-Kontrollen andocken.
Die IOTA Foundation baut ihre Handelsinitiative TWIN (Trade Worldwide Information Network) aus und holt sich dafür ein neues Expert Advisory Board. Der Fokus liegt klar auf dem Vereinigten Königreich. Die Idee: TWIN soll nicht nur technisch gut aussehen, sondern im echten Betrieb bestehen und Adaption finden.
Wie die IOTA Stiftung in einem Blogbeitrag vom 19. Februar betonte, liegt das Problem in der Realität nicht beim „Design“, sondern bei Zollprozessen, Regulierung und der Umsetzung entlang echter Lieferketten. In der Ankündigung schreibt IOTA:
„Als technologischer Architekt hinter TWIN baut IOTA das Fundament für ein stärker vernetztes globales Handelsökosystem. Aber Technologie allein ist nicht genug. Damit aus dieser Vision ein funktionierendes System wird, braucht es das Wissen von Profis, die Handelsabläufe, Zollsysteme und regulatorische Rahmenbedingungen aus erster Hand kennen.“
Auch auf X kommt derselbe Ton rüber: weniger Theorie, mehr Alltag. Das Board sei „marktgetrieben und expertengeführt“ und solle helfen, dass TWIN am Ende praktisch einsetzbar ist – also kompatibel mit echten Abläufen, echten IT-Systemen und echten Kontrollen.
Laut IOTA besteht das Board aus unabhängigen Branchenleuten, die früh sagen können, was im Betrieb nicht funktioniert:
„Der IOTA Expert Advisory Board setzt sich aus unabhängigen Branchenführern zusammen, die umfassende Praxiserfahrung in die Entwicklung der TWIN-Plattform einbringen werden, insbesondere mit Fokus auf Großbritannien. Der Beirat wird praxisnahe Beratung und wichtige Erkenntnisse liefern, um die entwickelten Lösungen zu optimieren und sicherzustellen, dass TWIN auf operativer Realität, wirtschaftlicher Tragfähigkeit und den Bedürfnissen des sich wandelnden Marktes basiert.”
Das ist das neue IOTA Expert Advisory Board
Mark Johnson soll diesen Praxisdruck besonders direkt einbringen. IOTA beschreibt ihn als Zoll- und Trade-Spezialisten mit über 40 Jahren Erfahrung in der Logistik, darunter eine Senior-Rolle bei Kuehne+Nagel. Er habe die britische Regierung während und nach dem Brexit beraten und unterstütze weiterhin das Department for Environment, Food and Rural Affairs.
John Lucy wird als Transport- und Logistikmanager mit vier Jahrzehnten Erfahrung über mehrere Regionen hinweg vorgestellt. Er berät zu grenzüberschreitendem Transport, Zollreformen, Digitalisierung und Dekarbonisierung – und ist in Organisationen wie der Road Haulage Association und der World Free Zones Organisation aktiv.
Dr. Anna Jerzewska, Gründerin und Managing Director von Trade & Borders, bringt laut IOTA mehr als 20 Jahre Beratungserfahrung mit – für Regierungen, internationale Organisationen und Unternehmen, von London über Brüssel bis Genf. Genannt wird sie außerdem als Customs-Rapporteur für EuroCommerce sowie als Mitglied des Windsor Framework Independent Monitoring Panel.
Professor Sangeeta Khorana wird als Ökonomin und Datenanalystin mit über 25 Jahren Erfahrung eingeordnet – mit Stationen in Wissenschaft, Regierung, Beratung und Advisory. Ihr Schwerpunkt liegt auf Handel, Freihandelsabkommen, Marktzugang und Wirkungsanalysen für Politikentscheidungen.
Daniel Shelcot, Head of Business Solutions and Border Compliance bei Maritime Cargo Processing (Destin8), soll die Brücke zu Hafen- und Grenzsystemen schlagen. IOTA verweist auf mehr als 17 Jahre Erfahrung in Port- und Border-IT – und auf seine Perspektive, wie Plattformen mit realen Lieferketten und staatlichen Kontrollen zusammenspielen.
Gavin Johnson, Managing Director bei Mobius Technology, wird als Schnittstelle zwischen Industrie und IT positioniert. Er habe das „Signal“-System zur Nachverfolgung temperaturgeführter Logistik entwickelt und bringe Erfahrung in der Digitalisierung komplexer Lieferketten, Business Development und internationalen Operationen mit.
Unterm Strich will IOTA TWIN damit „real-world“ machen, also weg vom Pilot, hin zu einem System, das im Tagesgeschäft läuft. Wie CNF zuletzt berichtete, will die IOTA Stiftung auch in Südkorea Fuß fassen. Dominik Schiener hat sich hierfür mit großen Unternehmen und Finanzinstituten getroffen.

