- Immutable erhielt die Wells Notice von der SEC wegen der Behauptung, dass IMX-Token Wertpapiere seien – eins muss man der Behörde lassen: Konsequent ist sie.
- OpenSea, das ebenfalls von der SEC geprüft wird, verteidigt NFTs als Nicht-Wertpapiere und stellt legt schon profilaktisch fünf Millionen Dollar für Anwaltskosten zurück.
Das renommierte Blockchain-Gaming-Unternehmen Immutable hat kürzlich bekannt gegeben, dass man die Wells Notice von der US-Börsenaufsicht SEC erhalten habe. Es stehen Zwangsmaßnahmen wegen angeblicher Verstöße gegen das Wertpapierrecht im Raum.
Die Betonung des Token-Verkaufs und der privaten Notierung im Jahr 2021 durch die Aufsichtsbehörde wirft Bedenken hinsichtlich der Einhaltung der Vorschriften beim ersten Verkauf des Tokens auf, und die SEC argumentiert, dass der IMX-Token von Immutable als Wertpapier gelten könnte.
Während Immutable diese Behauptungen unter behördlicher Kontrolle verhandelt, deutet die SEC an, dass die früheren Äußerungen des Unternehmens über die Natur von IMX irreführend gewesen sein könnten.
Wells Notice ist ein außergerichtliches „Einigungsangebot“
Wenn die SEC der Meinung ist, dass ein Unternehmen gegen die Wertpapiervorschriften verstoßen hat, folgt sie einem formalen Prozess, der als Wells Notice-Verfahren bekannt ist. Diese Benachrichtigung gibt dem Adressaten eine begrenzte Chance, zu antworten, bevor offizielle Maßnahmen eingeleitet werden, und gibt ihm somit die Möglichkeit, die behaupteten Verstöße zu klären oder zu bestreiten.
Immutable hat in seiner Antwort bestätigt, dass IMX nicht als Wertpapier in Betracht kommt. Das Unternehmen behauptet, dass sich der Token durch seine Verwendung in der Spielumgebung von herkömmlichen Wertpapieren unterscheidet, eine Haltung, die den zunehmenden Konflikt zwischen Blockchain-Erfindern und Aufsichtsbehörden über die Klassifizierung digitaler Vermögenswerte exemplarisch widerspiegelt.
Mit diesem Vorfall steht jetzt auch Immutable auf der länger werdenden Liste von Blockchain- und Krypto-Unternehmen, die in jüngster Zeit die Wells Notice erhalten haben.
Insbesondere die SEC hat ähnliche Warnungen an Unternehmen wie Robinhood Crypto und Uniswap Labs verschickt und dabei mögliche Verstöße gegen das Wertpapierrecht geltend gemacht und allgemeinere Untersuchungen zur Struktur und Natur digitaler Vermögenswerte eingeleitet.
Ungeachtet der Plädoyers der Branche für eine besondere Regulierungsstruktur hat jeder Fall die verstärkten Versuche der SEC verdeutlicht, die aktuellen Wertpapiervorschriften im gesamten Blockchain- und Kryptowährungssektor durchzusetzen.
Diese rechtlichen Hindernisse stellen viele Unternehmen vor große Schwierigkeiten, insbesondere wenn sie versuchen, unter sich ändernden rechtlichen Auslegungen zu operieren, während sie sich in den Bereichen DeFi, NFT und Blockchain-basierte Apps entwickeln.
Krypto-Sektor fordert klare Compliance-Richtlinien
Die Position von Immutable unterstreicht die Notwendigkeit transparenterer Compliance-Regeln, eine Ansicht, die von der Blockchain-Gemeinschaft allgemein vertreten wird. Ohne genaue Definitionen oder rechtliche Klarstellungen befinden sich viele Kryptounternehmen nach eigener Aussage in einer prekären Lage, in der sie mit potenziellen Rechtsstreitigkeiten konfrontiert werden, wenn sie sich an eine bestimmte Auslegung des Gesetzes halten, nur um dann durch eine andere bestraft zu werden.
Die Haltung von Immutable spiegelt die Forderung der Branche wider, dass die Regulierungsbehörden klare Kriterien zur Unterscheidung der verschiedenen Arten von digitalen Vermögenswerten und ihrer verschiedenen Verwendungszwecke aufstellen sollten.
Der jüngste Schritt der SEC hat den Immutable-Token IMX auf Talfahrt geschickt. Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels wird IMX bei etwa 1,17 $ gehandelt, nachdem er in den letzten 24 Stunden um 13,90 % gefallen ist.
Parallel dazu berichtete CNF, dass die größte NFT-Plattform, OpenSea, ebenfalls eine Wells Notice von der SEC erhalten hat. Diese Warnung besagt, dass die SEC rechtliche Schritte prüft, da sie davon ausgeht, dass es sich bei den NFTs auf der Plattform von OpenSea um Wertpapiere handeln könnte.
OpenSea hat daraufhin 5 Millionen Dollar für Anwaltskosten zurückgelegt und damit die Bereitschaft zum Rechtsstreit deutlich gemacht: NFTs sollen nicht als Wertpapiere eingestuft werden.

