- Florida plant eine staatliche Bitcoin-Reserve unter Führung des CFO.
- Eine 500 Milliarden US-Dollar-Hürde macht aktuell faktisch nur Bitcoin kaufbar.
Florida legt neue Gesetzesvorschläge vor, die dem Bundesstaat den Aufbau einer staatlich verwalteten Bitcoin-Reserve ermöglichen. Die Reserve soll vom Chief Financial Officer (CFO) verwaltet werden, mit klaren Regeln für Verwahrung, Berichtspflichten und einer Marktkapitalisierungs-Hürde, welche die Auswahl derzeit auf nur Bitcoin beschränkt.
Der Vorstoß folgt auf einen früheren Florida-Entwurf aus dem Jahr 2025, der Investitionen öffentlicher Mittel in Bitcoin erlauben sollte. Diese Vorlage begrenzte die Allokation auf bis zu 10 Prozent und sah zudem Bitcoin-Zahlungen an den Staat sowie das Verleihen von Beständen vor, um Zusatzerträge zu erzielen. Das Vorhaben blieb jedoch in einem Ausschuss stecken.
Die jetzt eingereichten Gesetzesvorschläge verschieben den Fokus: Statt eines breiten Investitionsmandats über mehrere öffentliche Töpfe steht der Aufbau einer Reserve-Struktur im Mittelpunkt, die über gesetzliche Mittelzuweisungen angehäuft wird.
Kommt die Bitcoin Reserve in Florida?
House Bill 1039 wurde am 6. Januar eingereicht und sieht die „Florida Strategic Cryptocurrency Reserve“ als Sonderfonds außerhalb der State Treasury vor, mit Verwahrung und Management beim CFO. Zur Reserve können nicht nur zugekaufte Bestände zählen, sondern auch Krypto-Assets, die etwa aus Forks entstehen oder per Airdrop an staatliche Adressen verteilt werden. Laufende Erträge, Zinsen oder Rewards sollen ebenfalls in der Reserve landen.
Senate Bill 1040 regelt die Trust-Fund-Seite: Er schafft die „Florida Cryptocurrency Reserve“ als Trust Fund im CFO-Office und definiert den Zweck, Krypto-Assets „zu erwerben, zu halten, zu managen und zu veräußern“, unter anderem zur Stärkung finanzieller Resilienz und als „potenzieller Hedge gegen Inflation und wirtschaftliche Volatilität“. Gleichzeitig enthält der Entwurf eine Befristung: Ohne erneute gesetzliche Verlängerung endet der Trust Fund am 1. Juli 2030.
Sowohl HB 1039 als auch SB 1038 knüpfen Käufe an eine harte Schwelle. Eine Kryptowährung ist nur dann kaufbar, wenn sie über die letzten 24 Monate eine durchschnittliche Marktkapitalisierung von mindestens 500 Milliarden US-Dollar aufwies.
Damit ist formal zwar von „Krypto-Assets“ die Rede, faktisch ist aber nur Bitcoin qualifiziert. Ethereum weist derzeit eine Marktkapitalisierung von rund 373 Milliarden US-Dollar auf und müsste die Grenze zunächst für zwei Jahre (im Durchschnitt) überschreiten, bevor ETH eine Option wäre. XRP müsste seine Marktkapitalisierung von rund 127 Milliarden US-Dollar vervielfachen, um die Schwelle zu erreichen.
Interessant ist auch, dass der Gesetzentwurf verlangt, dass Private Keys ausschließlich beim Staat verfügbar sind, nicht über Smartphones zugänglich sind, in mindestens zwei geografisch getrennten, sicheren Rechenzentren liegen und dass Transaktionen über ein Mehrparteien-Governance-Modell autorisiert werden.
Der CFO kann außerdem Drittparteien für Verwahrung, Liquiditätsausführung und unabhängige Audits beauftragen und, wenn er es für zweckmäßig hält, auch Derivate für den Kauf nutzen.
Für die politische Kontrolle ist ein Advisory Committee vorgesehen. Und: Bis spätestens 31. Dezember jedes geraden Kalenderjahres soll der CFO einen Bericht veröffentlichen, der Bestandsmengen, eine Wertschätzung, Bestandsänderungen sowie die Management-Maßnahmen der Periode ausweist.
Ob Florida im zweiten Anlauf eine staatliche Bitcoin-Reserve hat, hängt nun davon ab, ob die Entwürfe dieses Mal durch die Ausschüsse kommen, während Umfang und Zeitpunkt der tatsächlichen Käufe durch den CFO von Florida entschieden werden.

