- Schäffler sieht Bitcoin als Ausweg aus einem überschuldeten Staats- und Geldsystem.
- Bitcoin kann Menschen unabhängiger vom Staat machen und langfristig Vermögen sichern.
Der FDP-Politiker und Buchautor Frank Schäffler sieht Bitcoin als Antwort auf ein tiefer liegendes Problem: ein aus seiner Sicht überschuldetes Staats- und Geldsystem, das kommende Generationen immer stärker belastet. In einem Interview mit Blocktrainer vom 17. März verknüpfte Schäffler die Debatte über Staatsverschuldung, Rentensystem und Geldordnung ausdrücklich mit Bitcoin und bezeichnete ihn als Ausweg aus einer strukturellen Schieflage.
Das Hauptargument von Schäffler ist die wachsende Schuldenlast des Staates, die nach seiner Ansicht auf jüngere Generationen zukommt. Schäffler sagt, die „Schuldengeneration“ müsse „alles bezahlen, was die Boomer an Lasten aufgetürmt haben, an staatlicher Verschuldung, an indirekter Verschuldung durch die Sozialsysteme, insbesondere durch das Rentensystem“.
Warum Bitcoin die Lösung ist
Der FDP-Politiker verweist dabei auf Berechnungen der Stiftung Marktwirtschaft, welche die direkten und indirekten Verschuldungen in Deutschland auf mehr als 19,5 Billionen Euro beziffert. Dies entspricht einer Verschuldung von 450 Prozent der Wirtschaftsleistung.
Für ihn ist diese Lage nicht nur Folge politischer Fehlentscheidungen, sondern Ausdruck eines tiefer liegenden Konstruktionsfehlers. „Die Mutter der Probleme ist das Geldsystem“, sagt Schäffler.
„Wir leben in einem Geldmonopol, in dem die staatlichen Währungen dazu dienen, die Verschuldung der Welt in Gang zu halten. Das verleitet die Politik immer, den einfacheren Weg zu gehen, nämlich den Weg in die Verschuldung.“
Dies hat weitreichende Folgen für Marktwirtschaft, Vermögensbildung und individuelle Freiheit, weil der Staat immer stärker die Rolle des Umverteilers und Krisenmanagers übernimmt.
Bitcoin ist der Gegenentwurf. Schäffler beschreibt ihn ausdrücklich als eine Möglichkeit, sich von staatlichen Entscheidungen unabhängiger zu machen, vor allem finanziell: Mit Verweis auf sein neues Buch erklärt er, hätte er seit seinem ersten Bitcoin-Investment im Jahr 2013 jeden Monat nur 26 Euro investiert, wäre daraus ein erheblicher Bestand entstanden.
„Man muss es lange machen, man muss früh beginnen, man muss es kontinuierlich tun und man muss es in rentierliche Anlagen anlegen. Entweder in Aktien oder, wer will, auch in Bitcoin. Dann kommt man auf gewaltige Summen und kann sich unabhängig machen von all dem, was wir gerade diskutiert haben – vom Staat und von dem, was die Politik irgendwann einmal entscheidet.“
In der Volatilität von Bitcoin sieht Schäffler einen Vorteil und keinen Nachteil. Für Kritiker sei sie der Grund, Bitcoin nicht als ernsthafte Vorsorge zu betrachten. Schäffler dreht das Argument um.
„Volatilität ist langfristig etwas Gutes. Wenn man jeden Monat denselben Betrag investiert, kauft man mal mehr und mal weniger Anteile. Und das führt langfristig zu diesem Durchschnittskosteneffekt. Wenn der Preis auf lange Sicht steigt, profitiert man davon.“
Bemerkenswert ist, dass Schäffler Bitcoin nicht auf die Rolle eines privaten Sparvehikels beschränkt. Er spricht auch über seine monetäre Funktion. Unter Verweis auf Friedrich August von Hayek bezeichnet er Bitcoin als privates Geld und zieht eine Linie zu Gold.
„Bitcoin ist privates Geld. Es ist aus meiner Sicht mit digitalem Gold als Mittel der Wertaufbewahrung vergleichbar. Aber auch das Lightning-Netzwerk erlaubt Zahlungen in kleinerer oder größerer Form, auch grenzüberschreitend. Ich bin nicht derjenige, der sagt, Bitcoin sei nur für die Wertaufbewahrung geeignet. Ich glaube, da steckt mehr drin.“
Noch weiter reicht seine These zur Rolle von Zentralbanken. Schäffler hält es für realistisch, dass Notenbanken mittelbar Bitcoin-Reserven aufbauen werden. Seine Begründung ist strategisch und verweist auf mögliche Umbrüche im Währungssystem:
„Ich glaube, Bitcoin ist so etwas wie der letzte Anker auch für eine Notenbank. Kommt es einmal zu einem Systemwechsel, dann ist so ein Wechsel einfacher, wenn man Gold oder Bitcoin in den Reserven hat, als wenn man das nicht hat.“
Genau deshalb, so Schäffler, sei es plausibel, dass sich die Diskussion irgendwann von kleineren Staaten oder Staatsfonds auf größere Institutionen ausweite. Sein Misstrauen gegenüber dem bestehenden System geht dabei noch weiter. Schäffler verweist auf historische Eingriffe in den Goldmarkt und schließt nicht aus, dass auch bei Bitcoin verdeckte Einflussnahme zumindest versucht werden könnte.
„Die Macht der Notenbanken darf man bei solchen Fragen nicht unterschätzen. Wer sagt uns denn, dass sie nicht schon längst direkt oder indirekt in Bitcoin investiert sind, um den Kurs zu beeinflussen – vorsichtig ausgedrückt? Das halte ich nicht für unwahrscheinlich.“
Trotzdem: Statt auf politische Reformen zu warten, sollten Menschen möglichst früh beginnen, regelmäßig zu sparen und sich unabhängiger von staatlichen Entscheidungen zu machen. Sein Tipp lautet: „Nicht Trübsal blasen, sondern drei Dinge tun: früh anfangen, regelmäßig anlegen und möglichst in Bitcoin.“

