- Der Launch von Ethereum 2.0 soll, wie sich einige Ethereum Core Entwickler geeinigt haben, nun doch noch im Jahr 2020 stattfinden.
- Die „Einigung“ fand auch auf Druck von Ethereum Erfinder Vitalik Buterin statt, dennoch bleibt ein genauer Termin weiter fraglich.
Der Launch von Ethereum 2.0, Phase 0 ist zweifelsfrei eines der am meisten erwarteten Ereignisse im Krypto-Space in 2020. Allerdings erhielten die Erwartungen am vergangenen Freitag einen starken Dämpfer, als Justin Drake, Forscher der Ethereum Stiftung in einer Reddit Ask-Me-Anything Sitzung erklärte, dass er mit einer weiteren Verzögerung von Ethereum 2.0 rechnet. Laut Drake machen es das Erntedankfeste am 26. November und die Feiertage im Dezember unwahrscheinlich, dass Ethereum 2.0 noch in 2020 lanciert wird.
Daher bin ich jetzt geneigt zu sagen, dass das früheste praktische Datum für die Genesis so etwas wie der 3. Januar 2021 (der 12. Jahrestag von Bitcoin) ist.
Drake begründete seine Aussage damit, dass vor dem Lauch zumindest ein öffentliches Testnetz mit mehr als 3 Clients, ein mit Anreizen versehenes „Angriffsnetz“, ein Bug Bounty Programm sowie ein öffentliches Testnetz mit jeweils mehr als 3 Clients vorhanden sein muss, das mindestens 2 bis 3 Monate lang reibungslos läuft. Zwar sprach auch der Erfinder von Ethereum, Vitalik Buterin ähnliche Anforderungen an den Launch in der Vergangenheit aus, dennoch widersprach er Drake:
Ich persönlich bin damit ganz und gar nicht einverstanden und würde es vorziehen, die Phase 0 deutlich vor diesem Datum einzuführen. Vom ersten Multi-Client-Testnet bis zum Start von eth1 vergingen vier Monate (~Ende März 2015 Olympia bis Ende Mai 2015 für den Start von eth1), und ich würde behaupten, dass die Vier-Monats-Uhr für uns Anfang Juli zu laufen begann, als Altona startete.
Aus den Reihen der Ethereum Core Entwickler meldeten sich zudem anderen Stimmen zu Wort, die Buterin unterstützten. So erklärte Danny Ryan von der Ethereum Stiftung, dass er weiterhin mit einem Launch im Jahr 2020 rechnet.
Ich und andere setzen noch immer auf das Jahr 2020.
Eine weitere gewichtige Stimme der Ethereum Core Developer, Hudson Jameson, sprach ebenfalls seine Unterstützung für Buterin’s Statement aus. Einige setzten sogar ihr Geld auf den Launch in 2020. Preston Valoon von Prysmatic Labs, einem Entwicklungsunternehmen, das an Ethereum 2.0 arbeitet, kaufte 32 „Yes-ETH Aktien“ auf dem Prognosemarkt Omen und wettete damit darauf, dass ETH 2.0, Phase 0 noch vor 2021 lanciert wird.
I just bought 32 ETH worth of YES shares for "Will Ethereum 2.0 Phase 0 launch before 2021?" prediction market on Omen.
🚀🚀Let's launch ETH2 🚀🚀https://t.co/wLAF2e1FY1
— 𝗽𝗿𝗲𝘀𝘁𝗼𝗻𝘃𝗮𝗻𝗹𝗼𝗼𝗻.𝗲𝘁𝗵 (@preston_vanloon) July 11, 2020
Aufgrund des zahlreichen Widerspruchs gab Drake letztlich nach und erklärte, dass er die Kritik gehört hat und schrieb, dass er ETH 2 im Jahr 2020 „ausliefern“ wolle.
Laut und deutlich! 🙂
Die Gemeinschaft will die Phase 0 der Genese im Jahr 2020 – nicht einen Tag zu spät. Das Ziel ist gesetzt; lasst uns loslegen.
Letztlich wies er aber auch darauf hin, dass man sich die Entwicklung von Ethereum 2.0 durch viele Design-Iterationen, viele Clients aus der Gemeinschaft gegenüber dem Ethereum Foundation geführten Client und „libp2p vs. devp2p; BLS12-381 vs.BN254“ unnötig schwer gemacht habe. Laut Drake wäre ein Start vor ein oder zwei Jahren möglich gewesen, wenn eben nicht jene Entscheidungen getroffen worden wären. Allerdings wird sich dies „jahrzehntelang auszahlen“, so Drake
We made Eth2 hard for ourselves:
* many design iterations
* many community clients vs one EF-led client
* libp2p vs devp2p; BLS12-381 vs BN254We could have launched a year or two earlier the easy way. It was painful but it was right. Our investments will pay off for decades 🙂
— Justin Ðrake 🦇🔊 (@drakefjustin) May 15, 2020
Trotz der nun scheinbar getroffenen „Einigung“ bleibt der Ethereum 2.0 Launchtermin fraglicher denn je. Um tatsächlich den Start von ETH 2.0 zu realisieren, müssen alle Interessengruppen, d. h. Miner, Client-Entwickler, Core-Entwickler und an Ethereum-beteiligte Firmen ihr „Go“ geben. Ob dies tatsächlich bis Jahresende erreicht werden kann, bleibt abzuwarten.

