- Ripple kann jederzeit vor Abschluss der Offenlegungsphase einen Antrag bezüglich der aktuellen Einstufung von XRP stellen.
- Laut dem Anwalt Jeremy Hogan plant Ripple genau dies, um seine XRP im Treuhandkonto und damit sein Geschäft schnellstmöglich weiterführen zu können.
In einem neuen Video hat Anwalt Jeremy Hogan eine „neue Hoffnung“ für die XRP-Community entdeckt. Es ist „eine super wichtige Prozessstrategie, die Ripple umsetzen wird, und ich nenne sie die neue Hoffnung“. (Disclaimer: Weder Jeremy Hogan noch Crypto News Flash erteilen eine Finanz- oder Rechtsberatung)
Die SEC hat die Zuständigkeit über das Trading, d. h. das Kaufen und Verkaufen, aber nicht das Halten von Wertpapieren in den Vereinigen Staaten. Ein Wertpapier gelangt daher nur in die Zuständigkeit der SEC, wenn es zum Zeitpunkt des Verkaufs ein Wertpapier war. Dabei muss jeder Verkauf einzeln betrachtet werden, da sich die Umstände ändern können.
Generell muss Ripple zu dem Zeitpunkt des Verkaufs die Erwartung beworben haben, dass XRP im Wert durch die Aktivitäten des Unternehmens steigt. Der Schlüssel ist also, ob und ggf. wann Ripple zu einem bestimmten Zeitpunkt der Haupttreiber für den Preis von XRP war. Hogan erklärte:
Die Analyse ändert sich schnell, wenn die Anwendungsfälle für den Vermögenswert tatsächlich aufgebaut werden, sodass die XRP, die Ripple im Jahr 2014 verkauft hat, vielleicht der Verkauf eines Wertpapiers war, aber XRP, die Ripple im Jahr 2018 verkauft hat, vielleicht nicht der Verkauf eines Wertpapiers war. Es hängt davon ab, ob Ripple der Treiber des XRP Wertes zum Zeitpunkt des Verkaufs war.
Hogan verwies in dem Video auch auf ein Statement von SEC Kommissarin Hester Peirce. Sie betonte kürzlich in Bezug auf den Howey Test und den zugrundeliegenden Fall aus 1946, dass es um die Art und Weise des Verkaufs ging. Die Orangen, worum sich der Fall drehte, konnten offensichtlich nicht als Wertpapier eingestuft werden – sondern ausschließlich der Verkauf. Daraus schlussfolgert Hogan:
Ein XRP Token kann also nicht per se ein Wertpapier sein. Es ist der Verkauf oder das Angebot, das es zu einem Verkauf eines Wertpapiers macht.
Ripple’s vermeintliche Strategie
Diesbezüglich durchforstete Hogan noch einmal den bisherigen Schriftverkehr zwischen der SEC und Ripple, fand Hinweise darauf, dass genau dies Teil von Ripple’s Strategie sein könnte. Am Ende des Vorverhandlungsschreiben stellte Ripple fest: „Dementsprechend können die laufenden Verkäufe von XRP durch Ripple kein Wertpapierangebot sein“. Zudem stellte Ripple in seinem letzten Schreiben eine Affirmative Defense auf, wonach „keine Wahrscheinlichkeit künftiger Verstöße“ besteht. Hogan konstatiert hierzu:
Ripple spricht die aktuellen und zukünftigen Verkäufe seiner treuhänderisch verwahrten XRP an, als es um eine schnellere Beendigung durch den Richter bittet und hat einen Zusatz zur Verteidigung hinzugefügt, in dem es über alle zukünftigen Verkäufe spricht. Die Ursache ist, dass Ripple einen Antrag auf ein summarisches Urteil nur in Bezug auf seine aktuellen und zukünftigen XRP-Verkäufe und nicht auf die Verkäufe in der Vergangenheit stellen wird, und sie wollen es schnell tun.
Laut amerikanischen Recht kann jederzeit einen Antrag auf ein summarisches Urteil, auch ein teilweises, bis 30 Tage nach Abschluss aller Ermittlungen gestellt werden. Dies bedeutet für den Fall von Ripple, dass sie den Antrag jederzeit bis irgendwann im September stellen können.
Ripple wird einen Antrag auf ein teilweises summarisches Urteil in Bezug auf das aktuelle und zukünftige Angebot von XRP stellen. Und warum ist das so wichtig? Weil die Aussichten für Ripple im Sommer 2021 exponentiell besser sind, als sagen wir in 2014 oder 2015. Und wenn sie durch das Summary Judgement-Urteil über die dritte Affirmative Defense gewinnen, werden Sie alle die Klarheit erhalten, die Sie suchen. Und der Rest des Falles wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. Aber in diesem Teil des Falles geht es um Geld.
Laut Hogan ist der aktuelle Status der Punkt, an dem die SEC „am schwächsten“ ist. Daher wird die Position der SEC sein, dass alle Verkäufe, einschließlich des Treuhandkontos, als ein großes Verkaufsangebot, welches sich von 2013 bis heute hinzieht, angesehen werden muss. In Bezug darauf wird die SEC den Kik Interactive Fall hervorholen, wo zwei einzelne Verkäufe als ein „großer Ganzer“ angesehen wurden. Die SEC wird also nicht „kampflos aufgeben“, so Hogan.

