- Die Bank of Japan könnte am Freitag die Zinsen erhöhen und Bitcoin sowie den kompletten Kryptomarkt auf Talfahrt schicken.
- Analysten empfehlen für die nächsten Wochen 20 bis 30% seines Kapitals in Cash zu halten, um Nachkaufsmöglichkeiten zu realisieren.
FED-Chef Jerome Powell hat gestern in der letzten Sitzung bekanntgegeben, dass die nächste Zeit turbulent werden könnte, da es keinen „risikofreien Pfad“ für die Zentralbank mehr gibt. Er führte wörtlich aus:
There is no risk-free path.
Die Handlungsmöglichkeiten sind relativ überschaubar. Sollte die FED die Zinsen zu stark senken, kommt die Inflation zurück. Sollten die Zinsen zu lang hoch gehalten werden, könnte der Arbeitsmarkt zusammenbrechen. Gewichtig soll auch die Entscheidung der Bank of Japan am Freitag (BOJ) werden. Die BOJ könnte die Leitzinsen erhöhen und damit den Bitcoin Kurs in Richtung Süden schicken.
Die Entscheidung der Bank of Japan wird an den Märkten oft eher beiläufig behandelt – zu Unrecht. Als die BOJ im Juli 2024 die Zinsen anhob, löste das eine Kettenreaktion aus. Yen-Carry-Trades wurden hastig geschlossen, Liquidität verschwand praktisch über Nacht. Bitcoin blieb davon nicht verschont und verlor innerhalb kurzer Zeit rund 25 Prozent an Wert.
Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung liegt laut offiziellen Daten interner Sitzungsprotokolle der BOJ bei über 90%. In Folge könnte das Open-Interest bei Krypto-Derivaten die Abflüsse aus Bitcoin und ETH ETFs deutlich beschleunigen und damit den Verkaufsdruck zustätzlich erhöhen. BlackRock’s IBIT verzeichnet in den letzten 6 Wochen Abflüsse in Höhe von 2,7 Milliarden USD und damit die längste anhaltende Negativperformance seit dem offiziellen Start am 05.01.2024.
Für Ethereum sieht es ähnlich aus. BlackRock hat gestern 140 Millionen USD in ETH zu Coinbase transferiert und bereitet damit einen potenziellen Verkauf vor. Gleichzeitig hat BitMine 48.000 ETH für knapp 142 Millionen ETH gekauft. Insgesamt lässt dich deutlich beobachten, dass kapitalstarke Institutionen sich bärisch verhalten und bereits große Positionen verkauft haben oder sich darauf vorbereiten.
Die Bitcoin Dominanz steht weiterhin bei 58%, jedoch sieht der BTC Kurs auf dem Wochenchart stark bärisch aus. Unter den Altcoins zeigt sich keine wahrnehmbare Rotation, sodass die Prognose für ETH und weitere Coins ebenfalls bärisch ist. Zum Redaktionszeitpunkt steht BTC bei 86.800 USD und zeichnet ein Plus von 1% auf dem Tageschart.
Analysten empfehlen 20 bis 30% des eingesetzen Kapitals in Cash zu halten, um im Falle niedrigerer Kurse nachkaufen zu können. Als gute Einstiegspunkte identifiztiert der langjährige Bitcoin Investor und Trader „Smart Money Crypto“ für BTC Kurse unterhalb von 80.000 USD und für ETH Preise unterhalb der 2.500 USD Marke.
Wir wir bereits berichteten, stammt der jetzige Verkaufsdruck vor allem aus dem Derivatemarkt, wo Short-Positionen dominieren, der Positioning Index deutlich negativ ist und der Fear-and-Greed-Index seit Wochen extreme Angst signalisiert. Ob die Zinsentscheidung der BOJ am Freitag tatsächlich den Bärenmarkt einleuten wird bleibt zunächst abzuwarten.

