- Heute ist der letzte Tag, an dem die Digital Currency Group (DCG) eine Milliarde Dollar an Barmitteln aufbringen könnte, um Genesis vor der Pleite zu bewahren.
- Der Kryptomarkt befürchtet, dass die DCG eigene Bitcoin-Bestände verkauft um Kapital zu beschaffen, und Bitcoin ist jetzt schon unter 16.000 Dollar gefallen.
Nach dem Zusammenbruch der Kryptobörse FTX Anfang des Monats haben neue Entwicklungen die Aufmerksamkeit der Anleger auf die Digital Currency Group (DCG) und Genesis Trading gelenkt.
Gerüchte gibt es zuhauf, und eins davon besagt, die DCG könnte seine Cash Cow, den Grayscale Bitcoin Trust (GBTC) liquidieren. Doch die Gerüchte überschlagen sich, und viele sind blanker Unsinn. Es lohnt sich aber, die Verflechtung zwischen der Digital Currency Group, Grayscale und Genesis genauer zu betrachten.
Die DCG ist die Muttergesellschaft bekannter Kryptounternehmen wie Genesis und Grayscale. Im gesamten Kryptobereich ist Genesis der einzige Full-Service Prime Broker und daher die Perle im Portfolio der DCG. Außerdem spielt das Unternehmen eine wichtige Rolle bei der Bereitstellung von Kryptozugang und beim Risikomanagement für institutionelle Anleger.
Der Krypto-Winter 22 ist jedoch der großer Spielverderber der gesamten Show. Genesis geriet mit dem Zusammenbruch des Krypto-Hedgefonds Three Arrows Capital (3AC) das erste Mal ins Trudeln, doch es gelang dem Unternehmen, das Schlimmste zu verhindern – viele andere hätten es wohl nicht geschafft.
In der vergangenen Woche setzte Genesis nun die Auszahlungen für sein Genesis Earn Programm aus. Das Unternehmen benötigt bis heute – 21. November – eine Finanzspritze in Höhe von einer runden Milliarde Dollar. Sollte es Genesis nicht gelingen, den Betrag bereitzustellen, würde seine Reuptation einen erheblichen, möglicherweise irreparablen Schaden nehmen – und das würde sich mit Sicherheit auf Grayscale auswirken.
Wird Grayscale seine Bitcoins abstoßen?
Eins der vielen Gerüchte im Markt besagt, der Grayscale Bitcoin Trust (GBTC) würde Bitcoins abstoßen, falls Genesis das benötigte Geld nicht bereitstelle. Derzeit hält GBTC 634.000 Bitcoin. Andrew Parish, Gründer von ArchPublic, äußerte Zweifel und erklärte, dass es keine Gebote für Genesis´ Eine-Milliarde-Dollar-Finanzierung gebe.
Absolutely zero bids for Genesis and DCG raise.
**Genesis creditors are preparing for an ‘imminent’ bankruptcy filing.
— Andrew (@AP_Abacus) November 20, 2022
Parishs Tweet hat bereits den gesamten Kryptobereich unter Verkaufsdruck gesetzt. Bitcoin war bei Redaktionsschluss um fast 4 Prozent gefallen und wird unter 16.000 Dollar gehandelt. Der populäre Krypto-Analyst Dylan LeClair rät Anlegern jedoch gebeten, Parishs Tweet mit Vorsicht zu genießen. LeCLair schrieb:
„Keine Ahnung, ob der Kerl sich das nur ausdenkt oder nicht, aber zu diesem Zeitpunkt würde mich absolut nichts überraschen. Nehmt die Quellen dieses Typen nicht so ernst, aber… Wo Rauch ist, ist oft auch Feuer. Hebelwirkung ist tödlich – bleibt dran, Jungs.“
Eine weitere Wahrheit ist, dass GBTC mit einem historischen Tiefstand von 46 Prozent Abschlag zu seinem NAV gehandelt wird. Das bedeutet, dass der Bitcoin-Kurs von GBTC bei unter 10.000 Dollar liegt und es besteht immer noch kein signifikantes Interesse instituitoneller Anleger daran.
Neben dem Verkauf von BTC aus den Beständen von GBTC könnte DCG jedoch auch andere Optionen in Betracht ziehen, um die Milliarde aufzubringen. Dazu könnten einige ihrer anderen Unternehmen gehören, darunter Luno, Foundry und Coindesk. Grayscale und Genesis haben für DCG definitiv eine höhere Priorität als alle anderen Beteiligungen.
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So I'd guess we're looking at something like this for a breakdown.
These are ballpark figures, from the outside, but it will give us a gauge of what their venture portfolio could look like. pic.twitter.com/loH4mMiznG
— Adam Cochran (adamscochran.eth) (@adamscochran) November 19, 2022

