- In Brasilien nimmt ein ambitioniertes Krypto-Projekt seinen zweiten Anlauf: Ein überarbeiteter Gesetz-Entwurf sieht vor, dass Brasilien innerhalb von fünf Jahren bis zu einer Million Bitcoin kaufen darf.
- Damit soll eine „Strategische Souveräne Bitcoin-Reserve“ geschaffen werden. Der federführende Abgeordnete Luiz Gastão präsentiert Bitcoin als langfristiges strategisches Asset, das das nationale Finanzsystem unabhängiger machen soll.
Der Gesetz-Entwurf definiert Bitcoin als potenzielles Reserve-Instrument, das ähnlich wie Gold und Devisen zur Absicherung nationaler Risiken dienen kann. Die geplante Reserve würde rund fünf Prozent der maximal möglichen umlaufenden Bitcoinmenge umfassen und Brasilien schlagartig zu einem der größten staatlichen Bitcoin-Anleger weltweit machen.
Neben dem staatlichen Erwerb sieht das Gesetz vor, Bitcoin auch als Basis von Sicherheiten für den digitalen Real (Drex) zu verwenden und beschlagnahmte Bitcoins grundsätzlich nicht mehr zu veräußern. Auch Steuervorteile für Mining‑Unternehmen sind Teil des Gesetzentwurfs.

Mögliche Folgen für den Markt
Gastão beziffert die Kosten des Programms auf mindestens 68 Milliarden Dollar. Ein staatlicher Kauf in dieser Größenordnung würde das verfügbare Bitcoin-Angebot am Markt deutlich verknappen und könnte langfristig erheblichen Preisdruck erzeugen. Beobachter verweisen zudem auf die geopolitische Signalwirkung:
Sollte ein G20‑ und BRICS-Staat wie Brasilien Bitcoin in dieser Größenordnung akkumulieren, könnte dies andere Länder zu ähnlichen Schritten motivieren oder zumindest eine Neubewertung digitaler Reservestrategien auslösen.
Widerstand der Zentralbank
Trotz der medialen Aufmerksamkeit ist der Weg zur Umsetzung weit. Der Entwurf muss mehrere Ausschüsse passieren und das parlamentarische Verfahren kann sich über Monate hinziehen.
Die Zentralbank hat bereits deutlich gemacht, dass sie Bitcoin derzeit nicht für ein geeignetes Reserve‑Asset hält.
Sie befürchtet die Aufweichung ihrer geldpolitischen Kompetenzen. Dieser Konflikt mit einer Staatlichen Behörde könnte der alles entscheidende Faktor sein, ob das Projekt politisch Bestand hat oder im parlamentarischen Prozess scheitert.

