- In einem Pilotprojekt hat die französische Bank BNP Paribas erstmals Anteile eines Geldmarktfonds auf der Ethereum-Blockchain ausgegeben.
- Es wird in der Branche als Signal aufgefasst, dass Banken auch öffentliche Blockchains künftig als Basis für regulierte Finanzprodukte betrachten.
Die BNP Paribas, entstanden im Jahr 2000 aus der Banque Nationale de Paris und der Banque de Paris et des Pays-Bas, ist eine global präsente Universalbank für Privatkunden, Firmen, institutionelle Anleger und staatliche Organisationen.
Im Rahmen ihres Blockchain-Pilotprojekts werden Anteile eines Geldmarktfonds als digitale Token auf Ethereum abgebildet. Obwohl die Blockchain öffentlich ist, ist der Zugang restriktiv. Er steht ausschließlich besonders autorisierten Anlegern zur Verfügung.
Die technische Umsetzung erfolgt über das hauseigene AssetFoundry‑System. Die BNP Paribas Securities Services übernehmen die Rolle des Transfer-Agents, inklusive Wallet‑Einrichtung und Verwahrung der privaten Schlüssel, während BNP Paribas Corporate & Institutional Banking für die Tokenisierung und Anbindung an die Blockchain zuständig ist.
Man will den den gesamten Lebenszyklus eines Fondsanteils digital abzubilden, von der Emission über die Registerführung bis zur finalen Abwicklung.
Banking auf öffentlichen Blockchains
Der Entschluss, Ethereum als Infrastruktur zu nutzen, ist für Großbanken etwas grundsätzlich Neues. Haben sie bisher nahezu ausschließlich auf private Netze gesetzt, die auf der Distributed Ledger Technologie DLT basieren, zeigt die BNP Paribas nun, dass auch öffentliche Blockchains sich eignen, um sensible Finanzinstrumente abzubilden.
Das Projekt folgt auf eine bereits früher gelungene Tokenisierung eines luxemburgischen Geldmarktfonds auf einer privaten Blockchain und steht für die neue Multi‑Chain-Strategie der Bank.
Effizienter mit neuen Marktstrukturen
Geldmarktfonds gelten als idealer Anwendungsfall für Tokenisierung, da sie hochliquide und standardisiert sind und im Zentrum des institutionellen Cash‑Managements stehen.
Durch die Abbildung auf einer Blockchain lassen sich Transaktionen nahezu in Echtzeit verarbeiten, Compliance‑Prüfungen automatisieren und die Transparenz für alle Berechtigten erhöhen.
BNP Paribas schliesst sich mit ihrem Projekt anderen Global-Playern wie BlackRock, Franklin Templeton und JPMorgan an, die schon länger tokenisierte Fonds auf öffentlichen Chains evaluieren.
Erweiterte Chancen
Das Pilotprojekt passt zur Strategie der Bank, die auch offen ist für Experimente mit Wholesale‑CBDCs. Eine Kombination aus tokenisierten Fondsanteilen und digitalem Zentralbankgeld könnte künftig zu komplett digitalisierten Fiananzprozessen führen.

Für die europäischen Fonds-Emittenten ist der Schritt der BNP Paribas ein deutlicher Hinweis, dass die Tokenisierung klassischer Finanzprodukte im traditionellen Banksektor künftig an Bedeutung gewinnen wird.

