- Das FTX-Virus breitet sich im gesamten Kryptomarkt aus und aller Augen richten sich derzeit auf den Krypto-Kreditgeber Genesis, der kurz vor dem finanziellen Exitus steht.
- Genesis hat sich bereits wegen einer Not-Finanzierung an Binance gewandt, doch die Kryptobörse hat mit dem Hinweis auf einen Interessenkonflikt abgelehnt.
Berichten zufolge versucht Genesis händeringend, eine Milliarde Dollar aufzutreiben, um wieder liquide zu werden und Abhebungen auf seiner Plattform zu ermöglichen. Binance hat ein entsprechendes Ansinnen jedoch mit der Begründung abgelehnt, dass eine Investition in Genesis zu einem Interessenkonflikt führen könnte.
Die Digital Currency Group (DCG), die Muttergesellschaft von Genesis, befindet sich derzeit ebenfalls in prekärer Lage. Immerhin könnte die DCG in großen Mengen Bitcoin von ihrer Tochtergesellschaft Grayscale verkaufen, falls Genesis die Mittel nicht aufbringen kann.
Der Grayscale Bitcoin Trust ist derzeit einer der größten Bitcoin-Eigner. Gerüchte besagen jedoch, dass die DCG auch eine Menge uneinbringlicher Forderungen gekauft hat, dann zum Kauf des GBTC verwendet wurden. Wenn das stimmt, würde sich die Situation von Genesis noch verschlimmern.
Regelung M der SEC für Grayscale?
Eine Option, die derzeit intensiv geprüft wird, ist die „Regelung M“ der SEC auf den GBTC-Trust anzuwenden. Sie würde den Inhabern erlauben, Anteile des GBTC-Trusts freiwillig zurückzugeben, ohne dass es zu einer Zwangsliquidation der BTC-Bestände kommt. Messari-Gründer Ryan Selkis ist für diese Lösung. Mit der Regelung M können Inhaber von GBTC und ETHER diese in einem Verhältnis von 1:1 gegen Basiswerte eintauschen.
GBTC wird derzeit mit einem Abschlag von 40 Prozent auf seinen Nettoinventarwert gehandelt, und Anleger könnten einen Dollar BTC gegen 60 Cent GBTC erhalten. Der Messari-Gründer weist darauf hin, dass die DCG und Genesis dieses Geld verwenden können, um Kreditgeber zu bezahlen und eine Insolvenz zu vermeiden.
Tatsache ist jedoch, dass die Digital Currency Group auch der größte Inhaber des GBTC ist. Der massive Abschlag von GBTC gegenüber dem BTC-Kassakurs bietet der DCG also eine enorme Arbitrage-Möglichkeit. Regelung M würde Rücknahmen bedeuten, die sich von einer vollständigen Auflösung unterscheiden. Das bedeutet, dass Einzelpersonen Anteile des Trusts gegen Spot-Bestände einlösen könnten, aber es wäre keine Zwangsliquidation der gesamten Bestände. Der bekannte Kryptoanalyst Will Clemente sagte:
„Viele der Personen, die GBTC halten, tun dies, weil sie aus Compliance-Gründen keinen Zugang zu BTC-Spot haben. Diese Leute werden nach der Reg-M-Ausschüttung keine BTC mehr halten.“
Aber Ryan Selkis glaubt, selbst wenn die SEC diese Art von Bitcoin-Rücknahmen genehmigen würde, sie nicht auf den Markt kommen würden. Selkis erklärt:
„Es ist eine relativ kleine Summe, zehn Milliarden Dollar. Wenn fünf Milliarden Dollar verkauft werden, könnte dies einen vorübergehenden Schlag von fünf bis zehn Prozent auf dem Spotmarkt bedeuten. Aber er erholt sich schneller wieder und beseitigt eine strukturelle schwarze Wolke.“
Selkis hat außerdem den CEO von Grayscale, Michael Sonneshien, gebeten, sich an die SEC zu wenden und eine Befreiung nach Regelung M zu beantragen. Er schrieb:
„Das Richtige für die Grayscale-Aktionäre ist es jetzt, sich an die SEC zu wenden und unter den gegebenen Umständen um eine Befreiung nach Reg M zu bitten. Der ETF wird nicht aufgelegt. Der Treuhandsponsor und AP müssen es den Anlegern recht machen.
Rücknahmen in Sachwerten wären trivial, da Coinbase die Verwahrstelle ist, und die SEC wird angesichts des extremen Schadens, der den Anlegern zugefügt wurde, und der Schäden, die GBTC als toxische Sicherheiten weiterhin verursachen, dem Antrag wohlwollend gegenüberstehen. Tun Sie das Richtige!“
Genesis: Geld ranschaffen oder Konkurs
Frank Chaparro, Redakteur bei „The Block“, will durch seine Quellen erfahren haben, dass Genesis sein Spendenziel auf die Hälfte gesenkt hat.
Sources tell The Block crypto trading firm Genesis—which has been struggling to raise emergency capital to shore up its lending unit's liquidity profile—has slashed its raise target from $1bn to $500 million. As Bloomberg reported, it faces potential bankruptcy w/o funding.
— Frank Chaparro (@fintechfrank) November 21, 2022
Andererseits hat eine Sprecherin von Genesis bestätigt, dass das Unternehmen nicht „in Kürze“ Konkurs anmelden werde. Die Sprecherin sagte:
„Unser Ziel ist es, die aktuelle Situation einvernehmlich zu lösen, ohne dass ein Konkursantrag gestellt werden muss. Genesis führt weiterhin konstruktive Gespräche mit den Gläubigern.“

