- Bitcoin steht erneut unter Druck. Die nächste Unterstützungsebene liegt bei 35.000 Dollar – in den letzten 24 Stunden gab es zahlreiche Long-Liquidationen.
- Ethereum und die anderen Altcoins stehen ebenfalls unter starkem Druck, da die Branche aggressive Maßnahmen der US-Notenbank befürchtet.
Am vergangenen Wochenende ist der gersamte Kryptomarkt erneut unter Druck geraten. Die weltweit größte Kryptowährung Bitcoin ist unter 39.000 Dollar gefallen und hat damit einen weiteren Tiefstand erreicht.
Bei Redaktionsschluss wird Bitcoin für 38.970 Dollar gehandelt und hat eine Marktkapitalisierung von 741 Milliarden Dollar. In den USA lag die Inflationsrate für März bei 8,5 Prozent, und die Anleger werden definitv vorsichtig. Die Angst vor bevorstehenden weiteren Zinserhöhungen durch die Federal Reserve Bank greift offenbar um sich. Infolgedessen haben sie ihr Geld aus risikoreichen und volatilen Anlageklassen wie Kryptowährungen abgezogen.
Die technischen Charts und die RSI-Werte von Bitcoin zeigen jedoch, dass er sich noch nicht im überverkauften Bereich befindet. Das bedeutet, dass es ein weiteres Potenzial für einen noch tieferen Fall geben könnte. In einer Notiz für Investoren vom Sonntag, den 17. April, sagte John Roque, technischer Analyst bei 22V Research:
„Wir können eine kurzfristige Bitcoin-Unterstützung bei 35.000 Dollar erwarten. Sollte Bitcoin auch durch diese Ebene fallen, glauben wir, dass er die 30.000-Dollar-Marke erreichen wird.“
Zu Beginn dieses Jahres kam es bei Bitcoin zu einem größeren Kurssturz, bei dem der Preis auf 35.000 Dollar fiel. Seitdem bewegt er sich zwischen 35.000 und 45.000 Dollar. Der On-Chain-Datenanbieter Glassnode berichtet, dass das Interesse an Bitcoin weiterhin gedämpft ist. Auch die Bitcoin-Kundenbasis wächst kaum und die Nachfrage ist sehr gering.
Massive Liquidation im Handel mit Bitcoin-Futures
Laut Daten von Coinglass kam es aufgrund des Kurssturzes zu massiven Liquidationen auf dem Kryptomarkt. In den letzten 24 Stunden wurden mehr als 237 Millionen Dollar liquidiert, wobei mehr als 90 Prozent der Liquidationen auf Long-Orders entfielen. Auch 80.000 Trader traf es. Die größte Einzel-Liquidation erfolgte bei der Kryptobörse OKEx mit einem Wert von 3,3 Millionen Dollar.
Abgesehen von Bitcoin war der Ausverkauf auf dem Altcoin-Markt noch heftiger. Der Preis der zweitgrößten Kryptowährung Ethereum fiel unter 3.000 Dollar. Auch alle anderen Top-Ten-Altcoins haben zwischen 4 und 10 Prozent eingebüßt. Der On-Chain-Datenanbieter Santiment berichtet:
„Bitcoin und Ethereum sind in der vergangenen Woche um jeweils 7 Prozent gefallen, und wir beobachten weiterhin, ob es Anzeichen für eine bevorstehende Kurserholung gibt. Doch zurzeit gibt es viele Händler, die mit Verlust verkaufen. Das Verhalten der Großanleger wird in der vor uns liegenden Woche eine entscheidende Rolle spielen.“
Wir können in diesem Jahr mit mehr Volatilität auf dem Kryptomarkt rechnen, da die Fed aggressive Maßnahmen zur Eindämmung der Inflation ergreift. Es ist schwer zu sagen, ob Bitcoin die 100.000 Dollar-Marke erreichen kann, wie zuvor nicht nur von unverbesserlichen Optimisten erwartet.
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