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- Kanadische Bitcoin-Besitzer kennen sich zwar gut mit dem Bitcoin-Netzwerk aus, haben aber ein geringes finanzielles Allgemeinwissen, so das Ergebnis der Studie
- Darüber hinaus sind die meisten kanadischen Bitcoin-Besitzer junge, männliche, berufstätige Hochschulabsolventen mit hohem Haushaltseinkommen und relativ wenig finanziellen Kenntnissen
Die Bank of Canada untersuchte den Grad der Finanzkompetenz von Bitcoin-Anlegern. Den Ergebnissen zufolge sind Bitcoin-Besitzer im Durchschnitt weniger finanziell gebildet als traditionelle Anleger, die Bitcoin ablehnen.
Die Studie mit dem Titel „Bitcoin Awareness, Ownership and Use: 2016-20“ wurde über einen Zeitraum von vier Jahren durchgeführt. Die jährlichen Umfragen hatten zwischen 1.987- und 3.893 Teilnehmer. Eine der wichtigsten Schlussfolgerungen der am 19. April veröffentlichten Studie war:
„Bitcoin-Besitzer whane ein ein größeres Wissen über das Bitcoin-Netzwerk als Nicht-Besitzer, schneiden aber bei Fragen zum allgemeinen Finanzwissen schlechter ab.“
Die kanadische Zentralbank war 2020 zu ähnlichen Ergebnissen gekommen.
Umfrage auf Multiple-Choice Basis
In der Studie wurden sechs Multiple-Choice-Fragen gestellt – drei zu Bitcoin und drei zu allgemeinem Finanzwissen. Die Fragen zu Bitcoin bezogen sich auf das Angebot, den digitalen Ledger und die staatliche Unterstützung. Die Fragen zum Finanzwissen bezogen sich auf Zinssätze, Inflation und das Wissen um Aktien und Investmentfonds.
Die gezogene Schlussfolgerung ist allerdings bis zu einem gewissen Grad umstritten. Hauptvorwurf: Zu wenige Fragen, daher sei die Relevanz des Ergebnisses fraglich. Die Fragen waren andererseits relativ einfach, selbst für volkswirtschaftliche Laien.
Die Forscher kommen zu dem Schluss, man müsse „die Wechselwirkung zwischen Finanzwissen und dem Grad der Aktivität auf dem Kryptomarkt untersuchen“ und begründet dies damit, dass mit Kryptowährungen viele Risiken verbunden seien, die es für Krypto-Kunden dringend geraten erscheinen lassen, sich weiterzubilden.
Merkmale von „Bitcoinern“ und Nicht-Bitcoinern
Neben dem Wissensstand wurden in der Studie auch die herausragenden Merkmale der Bitcoin-Besitzer untersucht. Die Forscher fanden heraus, dass die durchschnittlichen Bitcoin-Anleger zur demografischen Gruppe der jungen Männer im Alter zwischen 18 und 34 Jahren gehörten. Allerdings war die Zahl der männlichen Befragten in jedem der vier Jahre mindestens doppelt so hoch wie die Zahl der weiblichen Befragten:
„Insgesamt stimmen die marginalen Effekte mit den bereits diskutierten deskriptiven Ergebnissen überein. Wir stellen fest, dass die Wahrscheinlichkeit des Bitcoin-Besitzes abnimmt, wenn man weiblich, älter und arbeitslos ist, aber mit der Bildung steigt.“
Dem Bericht zufolge ist der typische Bitcoin-Besitzer ein junger, gebildeter Mann, der berufstätig ist und über 70.0000 Dollar im Jahr verdient:
„Insbesondere junge, männliche, berufstätige Kanadier mit Hochschulabschluss, hohem Haushaltseinkommen und relativ geringem Finanzwissen besaßen mit größerer Wahrscheinlichkeit Bitcoin.“
Auf der anderen Seite waren diejenigen, die finanziell gebildeter waren, eher Bitcoin-Kenner, aber keine Bitcoin-Eigentümer.
Während fast 90 Prozent der Bevölkerung über Bitcoin Bescheid wussten, besaßen nur 5 Prozent die Kryptowährung, so die Studie. Die Gründe für den Nichtbesitz waren mangelndes Verständnis der Technologie und die Zufriedenheit mit den derzeitigen Zahlungsmitteln. Der nächsthäufige Grund war mangelndes Vertrauen in „eine private Währung, die nicht von einer Regierung gestützt wird“.