- SEC-Unterlagen deuten darauf hin, dass Ripple-Mitbegründer Chris Larsen und verbundene Akteure erheblichen Einfluss auf XRP-Treasury-Firma Evernorth und dessen Stimmrechte erhalten könnten.
- Protos sieht darin potenzielle Interessenkonflikte, von denen Larsen-nahe Parteien finanziell profitieren könnten.
Ein Bericht von Protos hat eine zweifelhafte XRP-Transaktion rund um Ripple-Mitgründer Chris Larsen aufgedeckt, die über eine geplante Nasdaq-Notierung von Evernorth abgewickelt werden soll. Im Kern geht es um die Frage, wie stark Larsen, Ripple, RippleWorks und mit ihm verbundene Vehikel auf das zukünftig börsennotierte XRP-Treasury-Unternehmen einwirken können und welche Interessenkonflikte daraus für künftige Aktionäre entstehen.
Wie Ripple-Gründer Larsen Einfluss erhalten könnte
Die Enthüllung basiert auf einem 1.158 Seiten umfassenden SEC-Formular (S-4) vom 18. März. Dort wird laut Protos offengelegt, dass RippleWorks Inc., eine von Larsen mitbegründete, steuerbefreite Non-Profit-Organisation, 500.000 Dollar in bar sowie 211.319.096 XRP in den Arrington XRP Capital Fund eingebracht hat. Dadurch hält RippleWorks die Mehrheit der Limited-Partner-Anteile dieses Fonds, der die eingebrachten XRP vertraglich vollständig in Evernorth-Aktien investieren muss.
Formell liegt die Kontrolle beim General Partner des Fonds, einer LLC, deren alleiniger Managing Member Michael Arrington ist. Laut Bericht ist Arrington jedoch vertraglich verpflichtet, bei Entscheidungen über Evernorth-Aktien RippleWorks einzubeziehen und die Anteile entsprechend deren Weisungen abzustimmen. Die Formulierungen im Filing sind eindeutig:
„Die wirtschaftlichen Interessen des Sponsors weichen von den wirtschaftlichen Interessen der Inhaber der öffentlichen Aktien ab. Diese Struktur könnte potenzielle Interessenkonflikte schaffen zwischen den Pflichten von Herrn Larsen gegenüber Ripple, seinem Einfluss auf die Investition von RippleWorks in den Arrington XRP Capital Fund und den Interessen von Evernorth Holdings Inc. sowie deren Aktionären.“
Protos zufolge bringt auch der Larsen Lam Children’s Remainder Trust weitere 50 Millionen XRP in den Deal ein und erhält dafür 1.832.454 Evernorth-Aktien. Parallel dazu steuert Ripple selbst weitere 126.791.458 XRP zum selben Unternehmen bei. Cash und XRP aus Larsens Non-Profit, aus Ripple und aus einem mit seiner Familie verbundenen Trust fließen damit in dieselbe Nasdaq-Transaktion.
Die SEC-Unterlagen versuchen den Einfluss zugleich abzuschwächen. Larsen habe „keine direkte Kontrolle über die Stimmabgabe oder Investitionsentscheidungen von RippleWorks in Bezug auf den Arrington XRP Capital Fund“. Weiterhin heißt es:
„Seine Doppelrollen und Verbindungen könnten zu Situationen führen, in denen sich seine Interessen als Führungskraft von Ripple von den Interessen von Armada Acquisition und den Inhabern der Class-A-Stammaktien von Armada Acquisition unterscheiden oder mit ihnen in Konflikt geraten.“
Hinzu kommt der finanzielle Anreiz. Sollte XRP vor dem Abschluss der Transaktion steigen, erhalten RippleWorks und Ripple laut Bericht zusätzliche Evernorth-Aktien über einen Closing-Adjustment-Mechanismus. Fällt XRP, bleibt dennoch eine vertraglich festgelegte Aktienzuteilung bestehen.
Auch brisant ist die Enthüllung von Protos, dass RippleWorks laut IRS-Unterlagen im Geschäftsjahr 2024 über Vermögenswerte von 1,4 Milliarden Dollar verfügte, wobei 89 % der Einnahmen im Jahr 2024 aus dem Verkauf von XRP stammten, während CEO Doug Galen in 2024 845.945 Dollar verdiente.

