- Binance hat in der jüngsten Vergangenheit erheblichen Gegenwind in Europa erfahren, insbesondere in Großbritannien.
- Die Börse hat mit 511.290 Bitcoins den höchsten verifizierbaren Bitcoin-Bestand von über 140 Millionen registrierten Anlegern weltweit.
Die globale Dominanz der Kryptobörse Binance auf dem Krypto-Weltmarkt ist nach scharfen Behördenreaktionen in mehreren Ländern stark gefährdet. Die Implosion von FTX und Alameda Research Ende letzten Jahres hat die meisten nationalen Aufsichtsbehörden dazu veranlasst, Maßnahmen zu ergreifen, die einen weiteren großen Unternehmenszusammenbruch in der Kryptobranche verhindern sollen..
Anleger wurden oft im Stich gelassen, wenn eine globale Börse ihren Betrieb einstellte und die Gelder der Kunden in ihrem System gesperrt waren. Noch schlimmer ist die Situation für Krypto-Kunden, die Staking-Programme nutzen und sich darauf verlassen müssen, dass die Börsen ihr Vermögen für das Yield Farming sperren.
Die Kryptobörse Binance kämpft derzeit gegen die US-Börsenaufsicht SEC, weil sie nach deren Auffassung illegale Wertpapiere zum Verkauf anbietet. Der SEC-Vorsitzende Gary Gensler beschuldigt Binance und den CEO Changpeng Zhao, nicht registrierte Aktien anzubieten, darunter neben anderen auch Cardano, Polygon und Solana.
Infolgedessen konzentriert sich Binance auf Märkte, die dem Kryptomarkt vermeintlich positiv gegenüberstehen. Doch das klappt nicht immer: So haben die Briten beispielsweise entgegen allen Erwartungen Binance keine Betriebsgenehmigung erteilt.
Auch Belgien will Binance nicht haben
Einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge hat die belgische Finanzaufsichtsbehörde Financial Services and Markets Authority (FSMA) am Freitag angeordnet, dass Binance keine Dienstleistungen für virtuelle Währungen in Belgien mehr anbieten darf. Belgien hält sich an die Vorschriften der „Markets in Crypto Assets“ Regelungen (MiCA), die in der gesamten EU gelten.
Die belgische Aufsichtsbehörde sprach das Verbot aus, weil Binance kryptobezogene Dienstleistungen, einschließlich der Verwahrung von Wallets, ohne die erforderlichen Lizenzen angeboten habe, so die FSMA.
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„Binance bietet in Belgien Umtauschdienste zwischen virtuellen Währungen und legalen Währungen sowie Depotdienstleistungen aus Ländern an, die nicht Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums sind. Die FSMA hat daher angeordnet, dass Binance mit sofortiger Wirkung das Anbieten und Erbringen aller dieser Dienstleistungen in Belgien einstellen muss.“
Auswirkungen auf den Markt
Das Binance-Ökosystem hat bereits die Auswirkungen der auch anderswo verschärften behördlichen Kontrollen zu spüren bekommen; sein natives Token BNB ist im Vergleich zum Vormonat deutlich gefallen. Laut unseren neuesten Kryptomarktdaten lag der BNB-Kurs am Montag bei rund 238 US-Dollar, ein Rückgang von mehr als 22 Prozent gegenüber dem letzten Monat. Bemerkenswert ist, dass BNB eine Marktbewertung von etwa 37 Milliarden Dollar und ein 24-Stunden-Handelsvolumen von etwa 470 Millionen Dollar hatte.
Binance hat mit erheblichem Gegenwind zu kämpfen, seit es im vergangenen Jahr den BUSD-Swap aller Stablecoins eingeführt hat. Außerdem werden nach der Anweisung an Paxos, den Betrieb einzustellen, keine neuen BUSD-Stablecoins mehr ausgegeben.
Das künftige Wachstum von Binance auf den globalen Märkten steht weitgehend auf dem Spiel, da die Anleger in lokalen Märkten lokale Produkte bevorzugen. Gleichwohl wird die Kryptobranche sich voraussichtlich weltweit stärker ausdehnen, da traditionelle Investoren überall auch nach einer Chance suchen, in diesen Markt einzusteigen – und sei es nur zur Diversifikation.

