- Die BBVA ermöglicht spanischen Privatkunden nun, Bitcoin und Ethereum direkt in der App zu handeln und zu speichern, ohne dass Dritte beteiligt sind.
- Künftig will man auch Stablecoins und tokenisierte Vermögenswerte anbieten, angepasst an die MiCA-Vorschriften der EU für Krypto- und Verwahrungsdienstleistungen.
Die BBVA (Banco Bilbao Vizcaya Argentaria), die zweitgrößte spanische Bank, hat über ihre mobile App neu integrierte Bitcoin- und Ethereum-Handels- und Verwahrungsdienste für Privatkunden eingeführt. Der Service wird von der BBVA vollständig selbst betrieben, ohne die Beteiligung von Drittanbietern.
Das Angebot ermöglicht volljährigen spanischen Kunden, Bitcoin und Ethereum direkt über die mobile Banking-Plattform der BBVA zu kaufen, zu verkaufen und zu halten. Die Bank hat die Krypto-Funktionalität in ihre bestehende digitale Schnittstelle eingebettet und ermöglicht so eine nahtlose Interaktion, ohne dass separate Plattformen oder Depotlösungen erforderlich sind.
BBVA, the second largest bank in Spain, announced that it will officially open Bitcoin and Ethereum trading and custody services to retail customers in its mobile app. Users can buy, sell and hold crypto assets independently in the BBVA App. The service is self-built and there is…
— Wu Blockchain (@WuBlockchain) July 7, 2025
Die BBVA bestätigte, dass die Einführung auf eine behördliche Anmeldung folgt, die Anfang des Jahres bei der spanischen Wertpapiermarktkommission (CNMV) eingereicht wurde. Das Angebot soll der EU-Verordnung „Markets in Crypto-Assets“ (MiCA) entsprechen, die Regeln für den Krypto-Handel, die Verwahrung und den Verbraucherschutz in den Mitgliedsstaaten vorschreibt.
Die Verwendung eines eigenen Verwahrungssystems ermöglicht es der Bank, die Verwahrung von Vermögenswerten direkt zu verwalten und die aufsichtsrechtlichen Bedingungen in Bezug auf internes Risikomanagement und Transparenz zu erfüllen.
Ausweitung vom Private Banking auf den Zugang für Privatkunden
Vor dem Start in Spanien waren die Krypto-Dienstleistungen der BBVA auf Private-Banking-Kunden in der Schweiz beschränkt, wo die Bank 2021 den Bitcoin-Handel einführte. Später, im Jahr 2023, expandierte sie über ihre Tochtergesellschaft Garanti BBVA in die Türkei.
Dass vermögende Privatpersonen zu Kryptokunden werden, ist ein Markttrend. Privatanleger zeigen ein zunehmendes Interesse daran, Kryptowährungen in einem regulierten Finanzumfeld zu halten, insbesondere wenn die Marktvolatilität abnimmt und die politischen Rahmenbedingungen ausgereift sind. Als EU-Mitglied bietet Spanien im Rahmen des MiCA ein reguliertes Umfeld, in dem solche Angebote nun mit rechtlicher Klarheit skaliert werden können.
Gonzalo Rodríguez, der das Privatkundengeschäft in Spanien leitet, wies darauf hin, dass die Initiative von der Nachfrage nach einem leichteren Zugang zu digitalen Vermögenswerten über vertrauenswürdige Kanäle angetrieben wurde. Er wies darauf hin, dass das Ziel der Bank darin besteht, eine zugängliche Lösung für Kunden zu bieten, die ein Engagement in Krypto-Vermögenswerten anstreben, ohne dabei auf regulatorische Sicherheitsvorkehrungen zu verzichten.
Künftige Pläne umfassen zusätzliche Assets und Tokenisierung
Die BBVA hat Pläne zur Ausweitung ihres Angebots über Bitcoin und Ethereum hinausskizziert. Die Bank prüft die Einbeziehung anderer digitaler Vermögenswerte, einschließlich Stablecoins und tokenisierter Finanzinstrumente wie Anleihen und Investmentfonds. Dies spiegelt nicht nur das Interesse an der Erleichterung von Krypto-Investitionen wider, sondern auch an der Förderung von tokenisierten Versionen traditioneller Vermögenswerte innerhalb ihrer Infrastruktur.
Laut Francisco Maroto, Leiter der Abteilung für digitale Vermögenswerte bei der BBVA, entwickelt die Bank eine umfassendere Strategie für digitale Vermögenswerte, die schließlich weitere Anlage- und Transaktionslösungen integrieren wird. Er bestätigte, dass die BBVA ihr Angebot im Einklang mit den technologischen Entwicklungen und regulatorischen Änderungen in der EU weiter ausbauen wird.
Das von der Bank selbst entwickelte Custody-System bleibt ein zentraler Bestandteil dieser Strategie, da es eine direkte Überwachung der Vermögensverwahrung ermöglicht und die Abhängigkeit von Dritten minimiert. Es wird erwartet, dass diese Entscheidung zukünftige Vermögenszuwächse unterstützt und die Anforderungen der MiCA für die institutionelle Verwahrung und die operative Kontrolle erfüllt.

