- Chainlink nimmt neben weiteren Organisationen an der Erprobung der zweiten Version des Real-Time Gross-Settlement-Systems RTGS der Bank von England teil. Dabei geht es um die synchrone Abwicklung von Transaktionen, die Zentralbankgeld und On-Chain-Wertpapiere involvieren.
- In dem sechsmonatigen Innovationsprogramm untersucht die britische Zentralbank erstmals systematisch, wie moderne Interoperabilitätsanwendungen in das RTGS‑System der Version RT2 eingebettet werden können.
In einem so genannten Synchronisation Lab soll das Britische Real-Time Gross-Settlement-System RTGS umfassend modernisiert werden. Es ist seit Jahrzehnten die Basis des Zahlungsverkehrs im United Kingdom. Mit der Version RT2 will die Bank von England ein modifiziertes System etablieren, das nicht nur die klassischen Zahlungsströme verarbeiten, sondern auch mit tokenisierten Assets, programmierbaren Zahlungen und künftigen, neuen Formen digitalen Geldes umgehen kann.
Das Synchronisation Lab setzt auf den Ergebnissen des früheren Projekts Meridian auf. Es hatte bereits gezeigt, dass die vollständig synchrone Abwicklung von Transaktionen zwischen Wertpapieren und Zentralbankgeld „Zug um Zug“ technisch machbar ist. Nun sollen konkrete Optionen der Ausgestaltung getestet werden, die später in die „Live“‑Infrastruktur einfließen könnten.
Kompetenz im Bereich Interoperabilität
Chainlink bringt seine Expertise im Bereich dezentraler Oracles und insbesondere das Cross-Chain Interoperability Protocol CCIP in das Programm ein. Man will den Nachweis führen, dass unterschiedliche DLT‑Systeme, tokenisierte Assets und simulierte RTGS‑Konten sicher miteinander interagieren können.

Die Bank von England stellt dafür eine Testumgebung bereit, in der die Teilnehmer End-to-End‑Prozesse abbilden, Synchronisationsmodelle evaluieren und das Verhalten unterschiedlicher Marktteilnehmer simulieren. Chainlink soll zeigen, wie sich Abwicklungsinstruktionen zuverlässig zwischen Onchain‑Systemen und zentralbanknahen Komponenten übertragen lassen – ein kritischer Baustein für die künftige, neue Finanzmarkt-Infrastruktur.
Bedeutung für die Tokenisierung
Das Synchronisation Lab der Bank von England hat erhebliches strategisches Gewicht. Seine Ergebnisse fließen direkt in die regulatorische und technische Ausgestaltung des britischen Finanzsystems ein.
Der Kryptobranche zeigt das Projekt, dass nicht nur die EU-Zentralbanken daran arbeiten, tokenisierte Wertpapiere, digitales Zentralbankgeld und die programmierbare Abwicklung von Transaktionen in bestehende klassische Finanzstrukturen einzubetten.
Chainlink festigt durch seine Teilnahme an dem Projekt seine Position als neutraler Infrastruktur-Provider, einsetzbar sowohl in Web3‑Projekten als auch von traditionellen Finanzakteuren. Interoperabilität ist kein optionales „Nice to have“-Feature, sondern Grundvoraussetzung für das Funktionieren die nächsten Generation der Finanzmärkte.

