- Anlage-Betrug auf WhatsApp und Telegram nimmt rasant zu, und es werden hohe Krypto-Gewinne versprochen. Die Täter bauen per Messenger-Dienst Vertrauen auf und drängen Anleger zu schnellen Entscheidungen.
- Meist handelt es sich um eine „einmalige Gelegenheit“. Das stimmt sogar, denn das Geld ist anschließend weg, einmalig und für immer. Fertig ist der Anlagebetrug.
In aktuellen Hinweisen beschreibt die BaFin mehrere Fälle, in denen arglose Kunden über Messenger‑Gruppen auf dubiose Websites wie „SCATRK“ gelotst wurden. Dort werden ohne irgendeine Erlaubnis Bank‑, Finanz‑ und Krypto‑Dienstleistungen angeboten.
Die Täter geben sich als erfahrene Trader und Finanzexperten aus, die angeblich Zugang zu exklusiven Marktinformationen haben. Wer darauf hereinfällt, wird dazu gebracht, Geld auf Plattformen einzuzahlen, die zwar professionell aussehen, aber keinerlei Handel durchführen. Sobald die Einzahlung erfolgt ist, ist das Geld auf Nimmerwiedersehen weg, und die Website ist nicht mehr erreichbar.
Psychologischer Druck und erfundene Success-Stories
Ein wiederkehrendes Muster ist der Einsatz von emotionalem und sozialem Druck. In Gruppen werden erfundene Erfolgsgeschichten verbreitet, oft mit Screenshots angeblicher Gewinne oder Testimonials – alles erlogen oder gefälscht.
Die Betrüger nutzen die Dynamik der Gruppe, um ein Gefühl von Dringlichkeit zu erzeugen. Wer zögert, wird subtil als „zu langsam“ oder „zu vorsichtig“ dargestellt, während andere angeblich bereits hohe Renditen erzielen. Besonders perfide ist, dass manche Täter zunächst kleine Auszahlungen ermöglichen, um Vertrauen aufzubauen, bevor sie größere Beträge einfordern – und dann damit abtauchen.

Vorsicht bei Messenger‑Kontaktaufnahme
Die BaFin betont, dass jede Form von Kryptodienstleistung in Deutschland eine offizielle Erlaubnis benötigt. Angebote, die ausschließlich über Messenger‑Gruppen verbreitet werden, sind praktisch immer unseriös. Auch die Verbraucherzentralen berichten von einer wachsenden Zahl Betroffener, die teils fünfstellige Beträge verloren haben.
Die Behörden raten, grundsätzlich nicht auf „Investmentangebote“ zu reagieren, die über WhatsApp oder Telegram ungefragt eingehen, und sich verdächtigen Gruppen gar nicht erst anzuschließen oder sie sofort zu verlassen. Wer bereits Geld überwiesen hat, sollte umgehend Anzeige erstatten und versuchen, Zahlungswege zu sperren.
Der Trend zeigt, dass Kryptowährungen weiterhin ein attraktives Ziel für Betrüger bleiben, gerade weil viele Anleger die Technologie zwar interessant finden, aber nicht vollständig verstehen. Die BaFin will ihre Warnungen daher weiter intensivieren, um Anleger für die Risiken zu sensibilisieren und die nahezu immergleiche Betrugsmasche der Täter flächendeckend bekannt zu machen.

