- IOTA 3.0 soll „das skalierbarste Basisschicht DLT“ werden und wird Fluid Sharding und Daten-Sharding kombinieren.
- Die Pollen Testnet Version v0.3.0 wird „sehr bald“ veröffentlicht und den verteilten Zufallsgenerator (dRNG) beinhalten.
In dem kürzlich veröffentlichten Research Update für Oktober 2020 informierte IOTA Mitbegründer Serguei Popov über die Fortschritte für IOTA 2.0. Noch viel interessanter dürften womöglich für Viele aber die Aussagen von Popov zu dessen Nachfolger, IOTA 3.0 gewesen sein. Bekanntlich untersucht die IOTA Stiftung bereits seit längerem die Möglichkeiten des Shardings, dennoch dürften die neuen Details die IOTA Gemeinschaft begeistert haben.
Wie Popov erklärte, bezeichnet die IOTA Stiftung ihren Ansatz „Fluid Sharding“ und hat diesen bereits „genauer unter die Lupe genommen“. Fluid Sharding bezieht sich auf eine Skalierungslösung der ersten Schicht, wobei sich Forschungsabteilung auch Lösungen der zweiten Schicht ansieht, was IOTA als „Daten-Sharding“ bezeichnet. Das Ziel sei es das skalierbarste Basisschicht DLT zu entwickeln, das IOTA 3.0 heißen wird und sowohl Daten-Sharding als auch Fluid Sharding umfasst:
Unser Ziel beim Fluid Sharding ist es, das skalierbarste Basisschicht DLT zu bauen, das man überhaupt bauen kann. Es genügt zu sagen, dass dies keine kleine Aufgabe ist, obwohl wir sehr zuversichtlich sind, dass unser Team dazu in der Lage ist!
Unsere Gespräche mit verschiedenen Interessenvertretern von IOTA waren fruchtbar, da wir verstanden haben, dass das Daten-Sharding in der Tat vielen Bedürfnissen normaler Benutzer und von Adaptoren in Unternehmen gleichermaßen dient. Wir glauben, dass letztendlich beide Lösungen entwickelt werden, und zusammen werden sie das umfassen, was man als eine ‚vollständig geshardetes‘ IOTA 3.0 bezeichnen könnte.
Update zum IOTA Pollen Testnet
Neben dem neuen Sharding-Ansatz informierte Popov aber auch über zahlreiche Fortschritte im Bereich des IOTA Pollen Testnet. Neben der Bereinigung der Codebasis von GoShimmer lag im vergangenen Monat ein Fokus auf der Implementierung von Basisfunktionalitäten für Mana, „wie Mana-Berechnungen, Metrik-Sammlung und eine erste Integration mit dem neuen Transaktionslayout und der Wallet“.
Zudem wurden neue APIs hinzugefügt und „angesichts der Bedeutung von Mana“ einige Visualisierungstools entwickelt, die in das lokale Dashboard des Nodes eingebettet werden, um die Funktionsweise besser zu zeigen, sowie eine Reihe von Monitoring-Tools zur Untersuchung der Dynamik. In Hinblick auf eine erhöhe Sicherheit des Codes wurde zudem Snyk integriert, wie Popov erläuterte:
Unter dem Gesichtspunkt der kontinuierlichen Integration/des kontinuierlichen Einsatzes (Continuous Integration/Continuous Deployment, CI/CD) haben wir den Einsatz von Snyk in unsere Pipeline integriert. Seine Integration hat bereits dazu beigetragen, einige Sicherheitsprobleme innerhalb der JWT-Bibliothek aufzudecken, die wir derzeit zum Schutz des Zugangs zu den APIs verwenden. Dieses Tool wird uns helfen, unseren Code während seiner gesamten Entwicklung sicherer zu machen.
Im Bereich des verteilten Zufallsgenerators (dRNG) berichtete Popov ebenfalls über einen wichtigen Fortschritt. So hat das vergangenen Monat gestartete GoShimmer X-Team den dRNG erfolgreich getestet. „Die Gemeinschaft schaffte es, ein verteiltes Komitee von 7 Mitgliedern zu schaffen und gemeinsam alle 10 Sekunden ohne Unterbrechung neue Zufälligkeiten zu erzeugen, und das schon seit mehr als 2 Wochen“. Im nächsten Schritte wird „sehr bald“ eine neue Pollen Testnet Version v0.3.0 inklusive des dRNG als Standard veröffentlicht.
Verbleibende Forschungsarbeiten für IOTA 2.0
Die Forschungsarbeiten für IOTA 2.0 sind größtenteils abgeschlossen, wie Popov erneut darlegte, wobei eines der verbleibenden Hauptthemen die Synchronisierung zwischen Nodes und Tools ist, mit denen der Node erkennen kann, ob er nicht synchron ist. Abgesehen davon werden derzeit noch die Spezifikationen zum Bootstrapping weiterentwickelt und das spieltheoretische Verhalten der Tip Selection diskutiert.
Obwohl der URTSA (Uniform Random Tip Selection Algorithm) sehr gut funktioniert, ist er aufgrund der Freiheitsphilosophie der IOTA nicht durchsetzbar, sodass es letztlich dem Node-Operator überlassen bleibt, welchen er verwendet. Die Forschung über TSAs muss sicherstellen, dass der TSA die beste Option ist, die ein Node unter Standardannahmen verwenden kann.
Im Bereich des Netzwerks wird derzeit noch eine „eine umfassende Angriffsanalyse des Staukontrollalgorithmus“ durchgeführt. Hierzu schrieb der IOTA Mitbegründer:
Insbesondere haben wir durch Simulationen nachgewiesen, dass Angreifer weder die Fairness (die Anforderung, dass ein Knoten Nachrichten proportional zu seinem Mana sendet) noch die effiziente Nutzung der verfügbaren Kommunikations- und Verarbeitungsressourcen der Nodes beeinträchtigen können. Wir untersuchen derzeit ausgefeiltere Angriffe, bei denen böswillige Nodes verschiedene Probleme mit Nachrichtenströmen an verschiedene Nachbarn aussenden, um die Konsistenz zu beeinträchtigen. Vorläufige Ergebnisse zeigen, dass geeignete Richtlinien zur Nachrichtenabgabe und schwarze Listen wirksame Gegenmaßnahmen sind.

