- Cardano’s Domain Specific Language „Marlowe“ ist laut IOHK besser für DeFi-Anwendungen als Ethereum’s Solidity.
- Marlowe ist „Industrie-tauglich“ und wird mit Goguen veröffentlicht.
In einem neuen Blogbeitrag stellte Professor Simon Thompson, Senior Research Fellow bei IOHK, die mit Cardanos nächster Ära, Goguen, erscheinende Domain Specific Language (DSL) mit dem Namen „Marlowe“ vor. Hierbei handelt es sich um eine Programmiersprache für „Financial Contracts“, nicht aber für Smart Contracts im Allgemeinen.
Aus diesem Grund unterscheidet sie sich auch von allgemein verwendbaren Blockchain-Sprachen wie Solidity von Ethereum und Bitcoin Script, so Thompson:
Marlowe ist Industrie-tauglich. Wir haben Marlowe Contracts auf der Grundlage von Beispielen aus einem der führenden Projekte für Smart Financial Contracts, dem System Algorithmic Contract Types Unified Standards (Actus), erstellt. Diese und andere Beispiele sind derzeit auf dem Marlowe Playground zu sehen, einer browserbasierten Umgebung, in der Benutzer Marlowe Contracts erstellen, bearbeiten, simulieren und analysieren können, ohne etwas installieren oder bezahlen zu müssen.
Mit anderen Worten ist Marlowe eine Plattform für dezentralisierte Finanzen (DeFi), die direkte, Peer-to-Peer-Kredite, Differenzverträge (CFD) und andere ähnliche Instrumente unterstützt. Die Implementierung von Marlowe auf Cardano wird mit Goguen abgeschlossen sein und Benutzern und Organisationen die Möglichkeit geben, selbst geschriebene oder vorgefertigte DeFi Contracts auszuführen und Krypto-Assets entsprechend den Vertragsbedingungen zu übertragen.
Laut Thompson kann Marlowe beispielsweise auch von Finanzinstitutionen, z.B. zur Entwicklung und zum Einsatz maßgeschneiderter Instrumente für ihre Kunden genutzt werden. Um Off-Chain-Daten bereitzustellen, wird Marlowe über Oracle-Services verfügen, „sodass die Contracts direkt über einen Börsen-Ticker oder einen beliebten Daten-Feed wie Coinbase auf Werte zugreifen können“.
Marlowe wird zunächst auf der Blockchain von Cardano laufen, aber es ist daran gebunden und könnte in Zukunft auch auf anderen Blockchains laufen. Zudem wird, wie Charles Hoskinson in der Vergangenheit bereits mehrfach betonte, Marlowe nur ein Beispiel für eine DSL sein. Laut Thompson könnten andere DSLs geschaffen werden, beispielsweise für das Supply-Chain-Management, Versicherungen und die Buchhaltung, „wobei die Erfahrungen aus der Entwicklung und dem Aufbau von Marlowe auf der Cardano Plattform genutzt werden könnten“.
Für andere Arten von Contracts verfügt Cardano über Plutus, das ebenfalls mit Goguen veröffentlicht wird und quasi das Backbone von Marlowe ist. So wird jeder Marlowe Contracts von einem Plutus-Programm, dem Marlowe Interpreter, ausgeführt.
Marlowe als DSL besitzt einige Vorteile gegenüber der Implementierung mittels Plutus oder auch Solidity von Ethereum. So werden „bestimmte Arten von fehlerhaften Verträgen“ durch das Framework völlig ausgeschlossen. Zudem können Benutzer die Contracts über verschiedene Methoden erstellen:
Sie können sie als Text schreiben, aber auch visuelle Programmierung verwenden, um Smart Contracts zu erstellen, indem sie Blöcke zusammenfügen, die die verschiedenen Komponenten darstellen. Die Benutzer können auch aus einer Reihe von Vorlagen wählen und diese nach Bedarf anpassen.
Gegenwärtig können Marlowe Contracts in Haskell oder JavaScript oder direkt in Marlowe visuell über den „Marlowe Playground“ geschrieben werden. Wie Thompson ankündigte, soll in den nächsten Monaten die Benutzererfahrung des Playground weiter verbessert werden sowie Marlowe auf der Cardano Blockchain aktiviert werden.

