- Der Pro-Krypto-Anwalt John Deaton meint, dass die bevorstehende Veröffentlichung der Hinman-Akte für Ripple und Coinbase von Vorteil sein könnte.
- Die Dokumente werden die Anwendung des Howey-Tests nicht ändern, aber das Problem seiner Anwendung auf moderne Technologie verdeutlichen.
Die lange erwartete Veröffentlichung der Dokumente des ehemaligen SEC-abteilungsleiters William Hinman, die morgen erfolgen soll, hat die Krypto-Community in gespannte Erwartung versetzt. Insbesondere sind die darin enthaltenen E-Mails mit Entwürfen von Hinmans Kryptowährungsrede vom Juni 2018 verknüpft, und es gibt viele Spekulationen über deren mögliche Auswirkungen auf die Kryptobranche.
John Deaton, Anwalt und Gründer von CryptoLaw, teilte seine Erkenntnisse auf Twitter mit. Deaton räumt zwar ein, dass der Inhalt der E-Mails die Anwendung des Howey-Tests nicht ändern würde, meinte aber, dass sie helfen könnten, die Herausforderungen bei der Anwendung eines Präzedenzfalls aus den 1930er/40er Jahren auf die heutige Technologie zu veranschaulichen.
Der Howey-Test, ein 1946 in den Vereinigten Staaten eingeführter Kriterienkatalog, wird verwendet, um festzustellen, ob eine Transaktion ein Investitionsvertrag ist. Dieser setzt eine Investition von Geld in ein gemeinsames Unternehmen voraus, wobei Gewinne aus den Bemühungen anderer erwartet werden. Eine Transaktion gilt als Wertpapier, wenn sie alle Kriterien des Howey-Tests erfüllt. Dieser Test wurde in zahlreichen wertpapierrechtlichen Verfahren herangezogen, darunter auch im laufenden Prozess der SEC gegen Ripple.
Deaton äußerte sich nicht zu den Auswirkungen der Hinman-E-Mails das Verfahren SEC./.Ripple. Er erklärte jedoch, dass die E-Mails die öffentliche Meinung zugunsten von Ripple beeinflussen würden, ebenso wie die Kongressabgeordneten, wodurch sich die Chancen für eine für die Branche günstige Krypto-Gesetzgebung verbesserten.
Diese Kommentare wurden als Reaktion auf einen früheren Tweet von Deaton über den bevorstehenden fünften Jahrestag der Rede von Hinman gepostet. Er merkte außerdem an, dass Brett Redfern, der ehemalige Direktor der SEC-Abteilung für Handel und Märkte, davor gewarnt hatte, dass Hinmans Rede Verwirrung auf dem Markt stiften könnte.
Hinmans kontroverse Rede, die er am 14. Juni 2018 auf dem Yahoo Finance All Markets Summit hielt, ist für den Prozess der SEC gegen Ripple von großer Bedeutung. Der umstrittenste Teil der Rede ist Hinmans Behauptung, dass Bitcoin und Ethereum keine Wertpapiere seien, eine Erklärung, die sich jedoch nicht auf XRP erstreckt.
Nach der Klage der SEC gegen Ripple im Dezember 2020 forderte das Unternehmen die entsprechenden Dokumente an, um seine Verteidigungsstrategie untermauern zu können. Nach einem intensiven zweieinhalbjährigen juristischen Tauziehen wurde die SEC angewiesen, die Dokumente zur Verfügung zu stellen. Jetzt wartet die Öffentlichkeit auf deren Freigabe, die möglicherweise ein neues – entscheidendes – Licht auf die Haltung der SEC zur Regulierung von Kryptowährungen werfen werden.

