- EOS New York hat einen schweren Verdacht gegenüber sechs EOS Block Producern geäußert, die alle von einem einzigen Unternehmen registriert wurden.
- Parallel hat Dan Larimer ein neues Modell zur Ressourcenallokation veröffentlicht, welches Netzwerküberlastungen bei EOS bekämpfen soll.
Das Blockchain-Projekt EOS ist gestern negativ in die Schlagezeilen auf Twitter geraten, nachdem der EOS Block Producer „EOS New York“ vermeintlich herausgefunden hat, dass hinter sechs registrierten Block Producern eine einzige Identität steht. Damit steht EOS nicht das erste Mal unter Verdacht, dass der Delegated Proof of Stake zur Zentralisierung des Netzwerkes beiträgt.
Bereits in der jüngeren Vergangenheit gab es Kritik über die Zentralisierung von EOS, da die Mehrzahl der 21 EOS Block Producer aus China stammt. Diese Thematik scheint sich nun weiter zu verschärfen. Wie EOS New York via Twitter aufzeigte, wurden sechs EOS Block Producer von einem einzigen Unternehmen zur selben Zeit und am selben Ort, nämlich in Shenzhen, China registriert. Dies zeigen zumindest die Whois-Domän-Daten.
In dem Tweet äußert EOS New York daher Bedenken über den Grad der Zentralisierung und hat in der Folge die Unterschriften der 50 größten registrierten Block Producer angefordert, damit alle EOS Token-Inhaber wissen, wer diese „Unangemessenheit hinnimmt und wer nicht.“
1/ Six registered producers on EOS are managed by a single entity. This is unacceptable. We have requested the signatures of the top 50 registered producers so that all token-holders may know who does and who does not condone such impropriety. Read on for evidence and the URLs: pic.twitter.com/5ZhFvOWqPB
— Kevin Rose (@kroseranger) November 27, 2019
In einem Folge-Tweet hat EOS New York zudem auch die Streichung der sechs „schuldigen“ EOS Block Producer gefordert (frei übersetzt):
Wir schlagen daher die Streichung folgender registrierter Producer vor: stargalaxybp, validatoreos, eoszeusiobp1, eosunioniobp, eosathenabp1 und eosrainbowbp.
Zum Redaktionszeitpunkt hat sich weder Block.One, noch Dan Larimer zu dem Problem geäußert. Es bleibt daher abzuwarten, wie die EOS Community damit umgehen wird.
Larimer schlägt neues Modell zur Ressourcenallokation vor
Allerdings gibt es nicht nur negative, sondern auch positive Nachrichten von EOS. Dan Larimer hat ein neues Modell zur Ressourcenallokation veröffentlicht, welches Netzwerküberlastungen bei EOS bekämpfen soll. Sofern der Vorschlag von Larimer Zustimmung findet, könnten dApp-Enwtickler dadurch einen Preis stabileren Zugriff CPU- und NET-Ressourcen des EOS Netzwerkes erhalten.
Bereits seit längerer Zeit kämpft EOS mit dem Problem, dass der Markt für EOS Netzwerkressourcen zu einem spekulativen Markt geworden ist, wodurch die Entwicklung von Anwendungen gehemmt wird. In dem Blog-Post erklärte Larimer (frei übersetzt):
Die größte Einzelbeanstandung ist, dass CPU zu teuer ist [und]dass sie zu unvorhersehbar ist, was die CPU-Bandbreite betrifft, die Sie zu einem bestimmten Zeitpunkt erhalten.
EOS-Token bieten den Nutzen der CPU-Bandbreite, wenn sie gestakt („Staking“) werden. Die Ursache für die Beschwerden ist deshalb in dem Modell von EOS begründet. Das Eigentum von einem 1% aller EOS berechtigt beispielsweise Nutzer für die kostenlose Nutzung von 1% der CPU im Netzwerk. Dieses Modell führte aber dazu, dass die Benutzer eine große Menge an EOS besitzen mussten, um das Netzwerk nutzen zu können.
Larimers neuer Vorschlag zielt deshalb im Wesentlichen darauf ab spekulative Aktivitäten zu verhindern. Es stellt sicher, dass jederzeit 100% der CPU aus dem EOS Systemvertrag geleast sind, implementiert eine exponentielle Preiskurve und macht die CPU zu einer nicht übertragbaren Ressource. Durch diese Eigenschaften soll der CPU Markt keinen spekulativen Wert mehr haben und die Menge der reservierten CPU-Zeit fix und vorhersehbar werden.
Der EOS Kurs bewegt sich derzeit im Einklang mit dem allgemeinen Marktsentiment und verzeichnet zum Redaktionszeitpunkt einen Kursanstieg von 4,4% auf 2,68 USD.
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