- US-Anwalt John Deaton, Chef des juristischen Nachrichtendientes CryptoLaw, wirft SEC-Chef Gensler vor, er bevorzuge „Freunde“ an der Wall Street und vernachlässige die Kryptobranche.
- Er fügte hinzu, dass Gensler den Fall gegen Ripple wohl so lange verfolgen werde, bis die Vanguard Group zufrieden sei.
Der Rechtsstreit zwischen dem Zahlungsdienstleister Ripple Labs und der US-Börsenaufsicht SEC nimmt immer absurdere Züge an. Viele Marktteilnehmer sehen den Fall als entscheidend für die Zukunft der Kryptobranche.
Wenn Ripple den Prozess gewinnt, wäre das ein neuer Aufbruch für die Branche. Sollte sich die SEC hingegen durchsetzen, würde das bedeuten, dass die Kryptoindustrie in Zukunft noch strengeren Vorschriften unterworfen sein wird.
CryptoLaw, ein von Rechtsanwalt John E. Deaton ins Leben gerufener Nachrichtendienst für die Kryptobranche, berichtet Merkwürdiges über die Arbeitsweise des SEC-Vorsitzenden Gary Gensler. In seinen sogenannten „Gensler Files“ erklärt Deaton, dass der SEC-Vorsitzende möglicherweise im Interesse anderer handelt.
Bereits im Juli 2022 wurde bekannt, dass SEC-Chef Gary Gensler ein Privatvermögen von mehr als 100 Millionen Dollar in Fonds besitzt. Diese werden überwiegend von der Vanguard-Gruppe über ihre beiden Firmen Annabel Lee LLC und Marital Trust verwaltet. Anwalt Deaton kommentiert dies wie folgt:
„Es ist wichtig zu wissen, dass die Vanguard Group Genslers persönliches Vermögen von 100 Millionen Dollar verwaltet und dass er ihnen seit seiner Ernennung zum SEC-Vorsitzenden exzessiven Zugang zu seinem Büro gewährt.“
Außerdem zeige Genslers öffentlicher Terminkalender keine nennenswerten Treffen mit Repräsentanten von Krypto-Unternehmen, jedoch mindestens sieben Treffen mit Vertretern der Vanguard Group.
Gerade zu einer Zeit, in der die gesamte Kryptobranche mit der „Operation Choke Point 2.0“ konfrontiert ist, ist Genslers selektive Bevorzugung von Finanzriesen an der Wall Street klar ersichtlich. Bereits im September wies Eleanor Terrett, Journalistin bei Fox Business, darauf hin, dass Genslers öffentliche Treffen mit Führungskräften der CFTC und der Vanguard Group sowie mit dem US-Botschafter in China Nicholas Burns und mit Repräsentanten von Black Rock stattfanden, aber mit niemandem aus der Kryptobranche.
Grund für das Vorgehen der SEC gegen Krypto und Ripple
Die U.S. Securities and Exchange Commission SEC hat es seit mehr als zwei Jahren auf Ripple abgesehen. Anwalt Deaton hat eine Theorie, warum. Deaton stellte fest, dass Gensler seine Maßnahmen zur Regulierung durch Zwangsmaßnahmen fortsetzen werde wegen seiner seine Freunde in der Wall Street. In seinem Twitter-Thread schrieb Deaton letzten Monat:
„Er wird seine Politik der Regulierung durch Zwangsmaßnahmen fortsetzen, ohne Klarheit und Anleitung zu geben, und später, wenn die alten Akteure zufrieden sind, wird es eine Form von Klarheit geben, die ausgearbeitet wird, und dann wird Krypto als sicher genug eingestuft und Anleger sind „geschützt.“
Der Anwalt erklärte weiter, obwohl Wall Street Schwergewichte wie BlackRock Krypto zugeneigt seien, würden sie auf die Regulierung warten.
Eins ist sicher: Der Fall Ripple wird einen Präzedenzfall für die Kryptowelt schaffen. Er wirde auch sehr wahrscheinlich den Beginn eines regulierungsgesteuerten Ansatzes für digitale Assets in den USA bedeuten.

