- BitMEX-Chef Arthur Hayes erwartet eine Nacht der langen Messer, falls Bitcoin unter 20.000 und Ethereum unter 1.000 Dollar fällt.
- Bislang haben allein die Bitcoin-Grossanleger Tesla und MicroStrategy zusammen über 1,2 Milliarden Dollar an nicht realisierten Verlusten.
Bitcoin und Ethereum würden wahrscheinlich ins Bodenlose stürzen, wenn sie unter zwei kritische Niveaus fallen, sagt BitMEX-Chef Arthur Hayes. Bei Bitcoin werde ein Handel unter einem Kurs von 20.000 Dollar einen Anstieg der Spotverkäufe verursachen, und dasselbe werde mit Ethereum passieren, sollte dessen Kurs unter 1.000 Dollar fallen.
Bei Redaktionsschluss hatte Bitcoin in den letzten 24 Stunden weitere 6,8 Prozent verloren und der Kurs lag bei 22.520 Dollar. Etherum lag bei 1.217 Dollar.
Mehrere Faktoren haben den Absturz der Kryptobranche verursacht. Die US-Notenbank wird diese Woche ihre neueste Zinserhöhung bekannt geben. Es wird spekuliert, dass sie die Zinsen um einen dreiviertel Punkt anheben wird. Die Inflationsrate lag im Mai bei 8,6 Prozent, der höchste Stand seit Dezember 1981. Doch der könnte in den kommenden Monaten noch übertroffen werden. Beide Faktoren sorgen für Unsicherheit und damit für einen annähernden Stillstand bei Finanzinvestitionen.
Darüber hinaus waren die zunehmenden Liquidationen im Kryptobereich auch für den Optionsmarkt ein Verhängnis. Erst kürzlich hat Binance den mit einer Marge versehenen SC-USDT-Kontrakt vom Markt genommen.
Hayes Bitcoin- und Ethereum-Prognose
Laut Hayes Tweet würde ein Handel unter den genannten Kursen einen „massiven Verkaufsdruck“ auslösen, da die Händler ihre Sicherheiten erhöhen müssten, um ihre Positionen zu halten. Wer dazu nicht in der Lage ist, wird verkaufen müssen.
„Was die Charts angeht, holt man besser sein Lord Satoshi Gebetbuch heraus und hofft, dass der Herr der Seele der #Kryptomärkte Gnade erweist. Denn wenn diese Niveaus brechen, können Sie genauso gut Ihren Computer herunterfahren, denn Ihre Charts werden für eine Weile nutzlos sein.“
Bei Redaktionsschluss lag die gesamte Marktkapitalisierung bei 994 Milliarden Dollar, was einem weiteren Rückgang von 3,3 % in den letzten Tagen entspricht. Sollte diese Kennzahl weiter fallen, drohen mehreren Grossanlegern massive Liquidationen. Dazu gehören der umstrittene Krypto-Kreditgeber Celsius, der Autobauer Tesla, das Land El Salvador und das Softwarehaus MicroStrategy.
Grossanleger von Liquidationen bedroht
Vor zwei Tagen fror Celsius alle Abhebungen von seiner Plattform aufgrund eines Liquiditätsengpasses ein. Sollte Bitcoin unter 16.852 Dollar fallen, wird das Unternehmen gezwungen sein, 522 Millionen Dollar auf dem Markt abzusetzen. Ein solcher Verkauf hätte mit Sicherheit katastrophale Auswirkungen.
Auf der anderen Seite haben MicroStrategy schon jetzt über 1,26 Milliarden und Tesla über 320 Millionen Dollar an nicht realisierten Verlusten. Trotzdem argumentiert MicroStrategy-Chef Michael Saylor, dass der Bitcoin-Kurs auf 3.000 Dollar fallen müsste, um eine milliardenschwere Liquidation des Unternehmens zu ermöglichen. Kritiker sehen das anders.
Und schließlich hält auch El Salvador noch 54 Millionen Dollar in Bitcoin, während es vor dem „Krypto-Winter“ noch über 100 Millionen Dollar waren.
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