- Die Bitcoin-Mining-Hashrate erreichte einen Höchststand von 200 Millionen Terahashes pro Sekunde, als der Preis gegen Ende 2021 in die Höhe schoss
- Das macht das Netzwerk zwar viel sicherer, ist aber schlecht für den Kurs und könnte ein Schlüsselfaktor für die weitere Entwicklung von Bitcoin sein
Das Bitcoin-Mining wird von Tag zu Tag intensiover, und in den letzten sechs Monaten gab es mehr Neueinsteiger in diesem Sektor als in jedem anderen Zeitraum. Das könnte in naher Zukunft jedoch nicht gutes für den Kurs sein. Da immer mehr Miner den Betrieb aufnehmen, könnte der Bitcoinkurs weiter sinken.
Es begann im vergangenen Jahr damit, dass China alle Mining-Farmen verbot, weil sie angeblich zu viel Energie verbrauchten. Es gab einen Exodus der Branche in die USA, nach Kasachstan und Russland. Die Hashrate kam dadurch zwar kurzzeitig ins Stottern, kam aber schnell wieder ans Laufen, als die Miner ihren Betrieb an den neuen Standorten wieder aufnahmen.
In der zweiten Jahreshälfte 21 erreichte der Bitcoinkurs Rekordhöhen, was weitere Miner anlockte. In dieser Zeit schoss die Hash-Rate um 400% nach oben, auf über 200 Millionen Terahashes pro Sekunde.
Mehr zum hTema: Die Bitcoin-Hashrate ist hoch wie nie – doch der Kurs rührt sich kaum
So wie Nakamoto es entworfen hat, passt Bitcoin seine Mining-Difficulty selbst an, je nachdem, wie viel Mining-Power zur Verfügung steht. Je mehr Miner – desto schwieriger das Mining. Das bedeutet, dass die Miner mehr Ressourcen einsetzen müssen, um ihre Belohnungen pro Block zu erhalten. Wenn sie sie dann erhalten haben, ist es wahrscheinlich, dass sie die geschürften Bitcoins verkaufen, weil sie ihre gestiegenene Kosten decken müssen.
Justin d’Anethan, der Leiter des institutionellen Vertriebs bei der Amber Group, einem in Hongkong ansässigen Kryptounternehmen, erklärte:
„Die laufenden Kosten sind ein wichtiger Faktor für die Entscheidung der Miner, neu erworbene Münzen zu halten oder zu verkaufen. Sie sind die ersten und natürlichsten Verkäufer im Kryptobereich und haben daher einen deutlichen Einfluss auf den Kurs.“
Justin sagte gegenüber Reuters, dass die Miner in den letzten Monaten mehr Münzen an Börsen transferiert haben als in ihre Reserve-Bestände, was darauf hindeutet, dass sie nicht nicht mehr horten.
Daten von Arcane Research unterstützen diese Annahme. Anfang November – kurz vor dem Höchststand – hielten die Miner Bitcoin im Wert von 114 Milliarden Dollar. Diese Zahl ist um über ein Drittel zurückgegangen und liegt nun bei bei 75 Milliarden Dollar.
Joe Burnett, Analyst bei Blockware Solutions, einer Mining-Firma, kommentierte:
„Je mehr Miner den Betrieb aufnehmen, desto weniger Bitcoin erhält jeder Einzelne. Das liegt daran, dass die Mining-Difficulty steigt, um die Ausgabe neuer Bitcoins zu verlangsamen.“
Da hilft es auch nicht, dass Bitcoin in der vergangenen Woche erneut auf Talfahrt gegangen ist. Wie CNF heute berichtet, wird angesichts des Konflikts in Südost-Europa nicht etwa Bitcoin als sicherer Hafen gesehen, sondern Gold.
Mehr zum Thema: Kein sicherer Hafen: Bitcoin verliert angesichts der zunehmenden Spannungen in Südost-Europa, während der Goldpreis steigt

