- Die EZB sucht Experten, die in zwei Fachgruppen der Regelwerk-Entwicklungsgruppe für den Digitalen Euro mitarbeiten sollen.
- Damit kommt man der praktischen Umsetzung eines EU-weit interoperablen Zahlungssystems ein weiteres Stück näher.
Die erste Fachgruppe mit Namen G5 widmet sich der Entwicklung und Überprüfung technischer Spezifikationen für Geldautomaten und Zahlungsterminals. Der Digitale Euro soll an bestehende europäische Standards andocken, um seine Einführung für Händler, Banken und Zahlungsdienstleister möglichst reibungslos zu gestalten.
In der G5 geht es um etablierte Terminal‑Protokolle, EMV‑basierte Verfahren und die Integration verschiedener Kommunikationstechnologien. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Offline‑Funktionalität. Der digitale Euro soll auch ohne Netzverbindung nutzbar sein.
Das stellt zusätzliche Anforderungen an Hardware, Sicherheitsmodule und lokale Verifikationsmechanismen. Die EZB sucht daher Experten, die praktische Erfahrung im Betrieb oder in der Entwicklung von ATM‑ und Terminal‑Infrastrukturen mitbringen.
Zertifizierungs- und Prüfrahmen
Die zweite Fachgruppe namens B1 konzentriert sich auf den Aufbau eines europaweit einheitlichen Test‑, Zertifizierungs- und Genehmigungsrahmens. Er soll sicherstellen, dass alle Komponenten des digitalen Euro – von Wallet‑Implementierungen über Händlerterminals bis hin zu Backend‑Systemen der Zahlungsdienstleister – zuverlässig funktionieren und miteinander kompatibel sind.
Die EZB will damit verhindern, dass sich erneut Insellösungen entwickeln, die die Einheitlichkeit des europäischen Zahlungsverkehrs verhindern würden. Stattdessen soll ein klar definierter Prüfprozess entstehen, der Innovation ermöglicht und gleichzeitig technische Mindeststandards garantiert.
Gesucht werden deswegen Fachleute mit Erfahrung in der Zertifizierung von Zahlungs- und Empfangsanwendungen sowie in der Entwicklung entsprechender Testverfahren.
Weiterer Projektverlauf
Die EZB bringt die technische Vorbereitung des digitalen Euro damit weiter voran, obwohl die politische Entscheidung noch immer beim EU‑Gesetzgeber vor sich hin wartet. Die Regelwerk-Entwicklungsgruppe arbeitet parallel zum Gesetzgebungsprozess, damit beim erwarteten grünen Licht nicht weitere, jahrelange Verzögerungen entstehen.
Die Bewerbungsfrist für die Experten endet am 10. April 2026. Interessenten können ihre Unterlagen per E‑Mail einreichen; ein Unterstützungsschreiben eines Mitglieds der Regelwerk-Entwicklungsgruppe ist hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich.
Mit den neuen Fachgruppen rückt die praktische Umsetzung des Digitalen Euro einen deutlichen Schritt näher.

