- SEC und CFTC stufen XRP, SOL, ADA, DOGE, BTC und ETH als digitale Rohstoffe ein.
- Die Leitlinie stellt klar: Nicht jedes Krypto-Asset ist automatisch ein Wertpapier.
Die US-Börsenaufsicht SEC hat zusammen mit der Rohstoffaufsicht CFTC eine neue Richtlinie veröffentlicht, welche die Einordnung von Krypto-Assets unter dem US-Wertpapierrecht definiert. XRP, Solana, Cardano und Dogecoin werden in dem Dokument ausdrücklich als „digitale Rohstoffe“ aufgeführt, zusammen mit Bitcoin, Ether und mehreren weiteren Tokens. SEC-Chef Paul Atkins erklärte:
„Nach mehr als einem Jahrzehnt der Unsicherheit wird diese Auslegung den Marktteilnehmern ein klares Verständnis dafür geben, wie die Kommission Krypto-Assets nach den bundesrechtlichen Wertpapiergesetzen behandelt. Genau das sollen Aufsichtsbehörden tun: klare Linien in klaren Begriffen ziehen. Sie erkennt außerdem an, was die frühere Regierung nicht anerkennen wollte – dass die meisten Krypto-Assets nicht selbst Wertpapiere sind.“
Atkins erklärte weiter, die Leitlinie trage auch dem Umstand Rechnung, „dass Investmentverträge enden können“ und als Brücke dienen können. Parallel dazu arbeitet der US-Kongress weiterhin an einer umfassenden Marktstrukturgesetzgebung (auch bekannt als Clarity Act).
XRP, Solana, Cardano und DOGE sind digitale Rohstoffe
Im Kern führt die SEC eine fünfteilige Taxonomie ein: digitale Rohstoffe, digitale Sammlerstücke, digitale Tools, Stablecoins und digitale Wertpapiere.
Digitale Rohstoffe sind ab sofort Krypto-Assets, deren Wert aus der programmgesteuerten Funktionsweise eines funktionsfähigen Kryptosystems sowie aus Angebot und Nachfrage abgeleitet wird. Sie dürfen nicht auf der Erwartung von Gewinnen durch die Managementleistungen Dritter beruhen. Bemerkenswert ist, dass die SEC namentlich Aptos, Avalanche, Bitcoin, Bitcoin Cash, Cardano, Chainlink, Dogecoin, Ether, Hedera, Litecoin, Polkadot, Shiba Inu, Solana, Stellar, Tezos und XRP nennt.
Zudem betont die Richtlinie, dass ein „Non-Security Crypto Asset“ zwar im Rahmen eines Investmentvertrags angeboten oder verkauft werden kann, dadurch aber nicht automatisch selbst zu einem Wertpapier wird. Ebenso konstatiert die SEC, dass eine solche Verknüpfung nicht zwingend dauerhaft bestehen bleiben muss: Wenn Käufer vernünftigerweise nicht länger erwarten können, dass wesentliche Managementleistungen des Emittenten mit dem Asset verbunden sind, fällt das Asset danach nicht mehr unter das Wertpapierrecht.
Laut Pressemitteilung behandelt die Auslegung außerdem Airdrops, Protocol Mining, Protocol Staking und das Wrapping von Non-Security-Assets. Die CFTC hat sich der Interpretation angeschlossen und erklärt, sie werde den Commodity Exchange Act im Einklang mit dieser SEC-Auslegung anwenden. CFTC-Chef Michael Selig sagte:
„Viel zu lange haben amerikanische Entwickler, Innovatoren und Unternehmer auf klare Leitlinien zum Status von Krypto-Assets unter Wertpapier- und Rohstoffrecht gewartet. Mit der heutigen Auslegung ist dieses Warten vorbei. Die heutige gemeinsame Maßnahme beider Behörden zeigt die gemeinsame Verpflichtung, praktikable und harmonisierte Regeln für die neue Finanzgrenze zu entwickeln.“
Aus der Krypto-Industrie kam umgehend Zustimmung. Ripple-Chefjurist Stuart Alderoty schrieb auf X:
„Wir wussten immer, dass XRP kein Wertpapier ist – und jetzt hat die SEC klargestellt, was es ist: ein digitaler Rohstoff. Dank an die Crypto Task Force dafür, endlich die Klarheit zu schaffen, die Märkte, Investoren und Innovatoren seit langem verdienen.“
Auch der offizielle Solana-Account hob die Einstufung hervor und erklärte:
„Die SEC hat SOL offiziell als digitale Ware in ihre neue Krypto-Asset-Taxonomie aufgenommen, zusammen mit BTC, ETH und 14 weiteren Assets. SOL ist kein Wertpapier.“

