- CDU/CSU weist Berichte über eine Einigung zur Abschaffung der steuerfreien Bitcoin-und Krypto-Haltefrist zurück.
- Die politische Debatte bleibt dennoch offen, weil SPD, Grüne und Linke weiterhin auf eine Neuregelung drängen.
Die Debatte um die steuerfreie Haltefrist für Bitcoin und andere Kryptowährungen hat in Deutschland erneut Fahrt aufgenommen. Wie CNF berichtete, wurde die Diskussion diesmal durch einen viralen Post auf X ausgelöst.
Nach den bislang vorliegenden Aussagen aus Unionskreisen gibt es für die Behauptung, CDU und SPD hätten sich auf einen Kompromiss zur Abschaffung der Einjahresfrist verständigt, jedoch keine belastbare Grundlage.
Auslöser der Aufregung war ein Beitrag des Finfluencers „Techaktien“, der rund 500.000 Mal gesehen wurde.
Darin hieß es, die SPD wolle die Haltefrist im Rahmen der geplanten Steuerreform kippen, während die CDU noch versuche, eine Art Bestandsschutz auszuhandeln, damit vor 2027 gekaufte Coins ihre Steuerfreiheit behalten. Gerade dieser angebliche Kompromiss machte die Meldung brisant, weil aus der Union zuvor eher das gegenteilige Signal gekommen war.
Tatsächlich hatte die CDU bereits im Dezember 2025 öffentlich betont, an der bisherigen Regelung festhalten zu wollen. Lukas Krieger dazu damals „Wir brauchen aber Rechtssicherheit für Anleger und Unternehmen, und wir setzen uns als CDU/CSU hier beispielsweise weiterhin klar für die Beibehaltung der Einjahresfrist für steuerfreie Gewinne ein.“ Diese Linie wurde nun noch einmal konkreter bekräftigt.
Auf Anfrage von BTC-ECHO erklärte Olav Gutting, zuständiger Berichterstatter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, unmissverständlich: „Die Abschaffung der einjährigen Haltefrist auf Veräußerungsgewinne aus Kryptowährungen ist im Koalitionsvertrag nicht vereinbart. Aus Sicht der CDU/CSU-Bundestagsfraktion besteht kein Anlass, an der bewährten Regelung etwas zu ändern.“
Er fügte hinzu: „Spätestens mit der Einführung des digitalen Euro wäre eine unterschiedliche steuerliche Behandlung gegenüber Fremdwährungsgeschäften kaum noch zu rechtfertigen.“
Die vermeintliche News war aber eine Fake-News. Die Quelle für den Post war ein angebliches „Eckpunktepapier zur Harmonisierung der Vermögenszuwachsbesteuerung“, sowie ein späteres „Tablebriefing.“ Beide Dokumente sind jedoch nicht auffindbar, der X-Post ist mittlerweile gelöscht.
Das ändert allerdings nichts daran, dass die Haltefrist politisch seit längerer Zeit unter Druck steht, insbesondere von der linken Seite des politischen Spektrums. Bereits aus dem Ergebnisprotokoll der Koalitionsverhandlungen Anfang 2025 ging hervor, dass die SPD die Abschaffung der Einjahresfrist für Bitcoin und andere Kryptowährungen forderte und Gewinne stärker an die Besteuerung von Kapitalerträgen annähern wollte.
Die SPD brachte diese Position später mehrfach erneut ins Spiel, etwa in einem Strategiepapier des Seeheimer Kreises und in den Bundestagsdebatten über einen Bitcoin-Antrag der AfD sowie über DAC 8. Auch Grüne und Linke forderten die Abschaffung der Haltefrist in den Bundestagsdebatten.
Für den Markt und für deutsche Krypto-Anleger bedeutet das vorerst Entwarnung, aber keine endgültige Ruhe. Die Union hat die bestehende Regelung öffentlich verteidigt, während die SPD, Grüne und Linke nach aktuellem Stand weiterhin eine Neuregelung anstreben.

