- Ripple will mit dem Modell eines Digital Prime Brokers den institutionellen Kryptohandel zentraler und kapitaleffizienter machen.
- Der XRP Ledger soll in diesem Rahmen vor allem die Onchain-Abwicklung und Kreditlinien unterstützen.
Ripple will den institutionellen Krypto-Handel grundlegend verändern und hat dazu ein neues Whitepaper am 26. Februar veröffentlicht. Im Zentrum steht ein Modell namens Digital Prime Broker (DPB). Diese soll heute dominierende, fragmentierte Beziehungen zwischen Börsen, Market Makern und Brokern durch eine zentrale Kredit-, Risiko- und Abwicklungsstruktur ersetzen.
Ripple’s Geschäftsführer für den Nahen Osten und Afrika Reece Merrick schreibt via X:
„Traditionelle Finanzprodukte treffen auf digitale Vermögenswerte, doch die Verbindung ist noch nicht ganz ausgereift. Die Verwaltung eines komplexen Geflechts aus Börsen und bilateralen Risiken ist nicht nur aufwendig, sondern bindet auch unnötig Kapital. Das neue Whitepaper von Ripple stellt das Digital Prime Broker (DPB)-Modell vor, das komplexe Risiken in eine optimierte 1:1-Beziehung umwandelt.”
Die Lösung = Ripple Prime
Das Ripple-Whitepaper sieht eine Struktur vor, die diese Komplexität beseitigt. Ein Hauptaugenmerk legt Ripple dabei auf den OTC-Markt für Kryptowährungen, der aus Sicht des US-Unternehmens noch immer auf Retail-Infrastruktur basiert.
Börsen bündeln dort Ausführung, Verwahrung, Kredit und Clearing in einer einzigen Plattform. Das führt laut Ripple zu fragmentierter Liquidität, versteckten Finanzierungskosten, mehreren Gegenparteirisiken und gebundenem Kapital, das nicht effizient genutzt werden kann.
Das Whitepaper stellt diesem Modell die Struktur des Devisenmarkts gegenüber. Dort übernehmen Prime Broker die Kreditintermediation, Geschäfte über mehrere Handelsplätze werden aggregiert und verrechnet, und die Abwicklung erfolgt nettiert, typischerweise auf T+1-Basis.
Genau diese Lösung will Ripple nun auch für digitale Assets als institutionellen Standard etablieren. Im DPB-Modell schließt der Kunde nur noch einen zentralen Mastervertrag (mit Ripple) mit dem Prime Broker ab. Alle Transaktionen passieren im Hintergrund mit zugelassenen Liquiditätsanbietern oder Market Makern und werden anschließend an diesen Broker gegeben.
Als drei zentrale Vorteile nennt das Whitepaper bessere Ausführung durch aggregierte Liquidität, zentralisiertes Kredit- und Risikomanagement sowie höhere Kapitaleffizienz durch standardisierte Nettoabwicklung und Cross-Collateralization.
Letztendlich verweist Ripple natürlich dabei auch auf seinen eigenen Service: Ripple Prime.
Eine zusätzliche Rolle schreibt das Unternehmen dem XRP-Ledger zu. Dieses könne innerhalb eines DPB-Rahmens die Abwicklung über Onchain-Kreditlinien ermöglichen, wobei Finanzierungskosten transparent und explizit denjenigen berechnet würden, der die vorgezogene Settlement-Liquidität tatsächlich nutzt.

