- Die ING Deutschland hat ihr Wertpapierangebot um mehrere Krypto-ETPs erweitert. Sie ist damit die erste deutschen Großbank, die Bitcoin- und Solana-Produkte in ein voll reguliertes Brokerage-System integriert.
- Die Entscheidung für dieses Angebot folgt dem wachsenden Kundeninteresse an digitalen Vermögenswerten und dem Trend, Kryptowährungen über klassische Depotstrukturen handelbar zu machen.
Die ING-DiBa wurde 1965 als Bank für Sparanlagen und Vermögensbildung AG (BSV) in Frankfurt am Main gegründet. Nach aktuellem Stand der Dinge ist die ING Deutschland, wie sie heute heißt, die erste große deutsche Bank, die Bitcoin-, Ethereum- und Solana-ETNs vollständig in ein reguliertes Wertpapier‑Depot einbezieht.
Andere deutsche Großbanken bieten zwar Krypto‑Produkte an, aber nicht in dieser Form – direkt handelbar im normalen Depot, physisch besichert, MiCA‑konform und ohne externe Wallets.
Für die Bank bedeutet dieser Schritt eine weite Öffnung für einen Markt, der lange Zeit als zu risikoreich für seriöse Bankgeschäfte galt. Nun setzt die ING auf etablierte Emittenten wie 21Shares, VanEck und Bitwise, um ihren Kunden einen sicheren, regulierten Zugang zu ermöglichen.
Physisch hinterlegte Bitcoin-ETPs
Im Zentrum der neuen Produktpalette stehen physisch hinterlegte Bitcoin-ETPs. Das sind börsengehandelte Wertpapiere, bei denen jeder einzelne Anteil durch echte, tatsächlich gehaltene Bitcoin gedeckt ist.
Für deutsche Anleger ist das besonders attraktiv, da Gewinne aus Kryptowährungen nach einer Haltedauer von zwölf Monaten steuerfrei realisiert werden können – ein Vorteil, der auch für ETPs gilt, sofern sie die Coins tatsächlich physisch hinterlegen.
Die ING betont, dass die Verwahrung über Cold-Storage der Emittenten erfolgt, was das Sicherheitsniveau deutlich erhöht. Der Handel erfolgt wie gewohnt über das ING-Depot, ohne Wallets, Private Keys und externe Börsen.
Solana-ETPs mit Staking-Komponente
Besonders innovativ ist die Einführung von Solana-ETPs, die Staking-Erträge direkt in den Produktwert einfließen lassen. Diese ETPs nutzen Modelle wie JitoSOL, bei denen Staking-Prämien und MEV-Erträge kombiniert werden.
Für die Anleger heißt das: Es sind passive Erträge, unkompliziert, ohne Delegation an Validatoren und ohne Lock-Up Risiken. Dass eine Großbank wie die ING sich entschließt, solche Produkte anzubieten, zeigt, wie stark sich der Markt weiterentwickelt hat.
Staking-ETPs gelten als eine neue Generation digitaler Anlageprodukte, da sie Ertragsmechanismen aus der Blockchain-Welt in klassische, regulierte Finanzinstrumente übertragen.

Signal für die Zukunft
Mit der Einführung dieser ETPs sendet ING ein klares Signal: Kryptowährungen sind kein Nischenmarkt mehr, sondern ein fester Bestandteil moderner Vermögensverwaltung.
Die Bank schafft einen Zugang, der sowohl sicherheitsorientierte Anleger als auch technikaffine Nutzer anspricht. Gleichzeitig stärkt sie ihre Position im Wettbewerb mit Neobrokern und Krypto-Börsen.
Der Mix aus reguliertem Handel, physischer Hinterlegung und Staking-Erträgen markiert einen Meilenstein für den deutschen Markt – und dürfte andere Verbraucherbanken veranlassen, über ähnliche Angebote nachzudenken.

