- BlackRock erweitert sein Krypto‑Angebot um ein Produkt, das sich deutlich vom klassischen Spot‑ETF unterscheidet. Der neue „iShares Bitcoin Premium Income ETF“ soll nicht nur den Bitcoin‑Kurs abbilden, sondern auch laufende Erträge generieren.
- Dafür setzt BlackRock auf eine aktive Optionsstrategie, die auf den eigenen Bitcoin‑Beständen aufbaut, in diesem Fall den IBIT‑Anteilen. Die entsprechenden Unterlagen liegen der SEC bereits vor, und man erwartet die Zulassung.
Der neue ETF soll Bitcoin‑Exposure und Cashflow verbinden. Der Fonds kombiniert physisch hinterlegte Bitcoin‑Positionen mit dem systematischen Verkauf von Call‑Optionen. Die vereinnahmten Optionsprämien bilden die Grundlage der regelmäßigen Ausschüttungen.
Es ist ein Profil, das sich an Anleger richtet, die Bitcoin halten möchten, aber gleichzeitig einen stetigen Ertragsstrom wünschen. Die Kehrseite: Steigt der Bitcoin-Kurs stark an, begrenzen die verkauften Calls das Aufwärtspotenzial.
BlackRock positioniert das Produkt dennoch bewusst in diesem Segment, denn der Erfolg des Spot‑ETFs IBIT hat gezeigt, dass regulierte Bitcoin‑Exposure‑Produkte inzwischen massentauglich sind. Der nächste Schritt ist ein Income‑Produkt, das konservativere Anlegergruppen anspricht.
Struktur, Verwahrung und Regulierung
Der Fonds darf sowohl physische Bitcoin als auch IBIT‑Anteile und Cash halten. Verwahrt werden die Digital-Assets über Coinbase Custody, während die BNY Mellon die klassischen Wertpapier‑ und Cash‑Bestände betreut. Die Optionsstrategie wird aktiv gemanagt, und so kann BlackRock die Prämienhöhe, Laufzeiten und Strikes flexibel an die Marktbedingungen anpassen.
Die SEC wird sich mit der Frage befassen müssen, wie ein solches Produkt in das bestehende Regulierungsraster passt. Zwar sind Covered‑Call‑ETFs im Aktienbereich längst etabliert, doch die Kombination aus Bitcoin‑Exposure und Optionshandel ist regulierungstechnisch komplizierter. Der geplante Börsenplatz ist die Nasdaq, ein Ticker-Kürzel gibt es noch nicht.

Auswirkungen auf Markt und Wettbewerb
Im Fall seiner Zulassung wird der ETF die Dynamik im Bitcoin‑Optionsmarkt verändern. Ein systematischer Verkauf von Calls erhöht das Angebot an Short‑Volatilität, was tendenziell zu sinkender impliziter Volatilität führt. Gleichzeitig entsteht Konkurrenz für bestehende Produkte wie den NEOS Bitcoin Income ETF, der bereits über eine Milliarde Dollar verwaltet. BlackRock bringt jedoch eine enorme Marken-Power und Vertriebskraft mit, was dem Segment zusätzlichen Schub verleihen dürfte.
Für den Markt bedeutet das: Bitcoin wird zum Asset, das nicht nur langfristiges Anlage-Potenzial bietet, sondern auch kurzfristig als regelmäßige Ertragsquelle dienen kann.

