- Der Insolvenzabwickler von Krypto-Unternehmen Terraform Labs hat Jane Street in New York verklagt und wirft dem Unternehmen Insiderhandel sowie Front-Running rund um den Terra-Kollaps 2022 vor.
- Im Zentrum der Klage stehen UST-Transaktionen kurz vor dem Zusammenbruch, mögliche nicht öffentliche Informationen und direkte Kontakte zu Terraform-Mitarbeitern.
Der Insolvenzabwickler von Terraform Labs geht juristisch gegen Jane Street vor. In einer Klage in New York wirft er dem Finanzgiganten vor, mit Insiderinformationen gehandelt und den Zusammenbruch des Terra-Ökosystems im Jahr 2022 beschleunigt zu haben.
Eingereicht wurde die Klage am Montag, 23. Februar 2026, bei einem Bundesgericht in Manhattan. Kläger ist Todd Snyder, der gerichtlich eingesetzte Administrator für die Abwicklung von Terraform Labs. Neben Jane Street werden auch Mitgründer Robert Granieri sowie die Mitarbeiter Bryce Pratt und Michael Huang als Beklagte genannt.
In der teils geschwärzten Klageschrift geht es unter anderem um den Vorwurf, wesentliche nicht öffentliche Informationen („material nonpublic information“) genutzt zu haben. Außerdem steht der Verdacht von Front-Running im Raum, im Zusammenhang mit dem Kollaps von TerraUSD (UST) und LUNA. Der Crash löste bekanntlich den Bitcoin-und Krypto-Winter in 2022 aus.
War Jane Street am Krypto-Crash beteiligt?
Im Mittelpunkt steht die heiße Phase kurz vor dem Zusammenbruch. Laut den in Medienberichten zitierten Klageangaben zog Terraform am 7. Mai 2022 um 17:44 Uhr EST rund 150 Millionen UST aus dem Curve3pool ab. Nicht einmal zehn Minuten später soll eine Wallet, die Jane Street zugeordnet wird, weitere 85 Millionen UST aus demselben Pool abgezogen haben.
Der zentrale Punkt der Klage: Der erste Abzug sei zu diesem Zeitpunkt noch nicht öffentlich bekannt gewesen. Snyder argumentiert deshalb, dass Jane Street einen Informationsvorteil gehabt haben könnte.
Darüber hinaus verweist die Klage laut Berichten auf direkte Kommunikationskanäle zwischen Jane Street und Mitarbeitern von Terraform. Genannt wird dabei unter anderem ein Chat mit dem Namen „Bryce’s Secret“. Snyder leitet daraus ab, dass es nicht nur um normale Geschäftsbeziehungen ging, sondern möglicherweise auch um eine informelle Quelle für Kryptomarkt-bewegende Informationen.
Snyder formuliert den Vorwurf wie folgt:
„Jane Street hat Marktbeziehungen missbraucht, um den Markt bei einem der folgenreichsten Ereignisse in der Krypto-Geschichte zu seinen Gunsten zu manipulieren. Im Namen der Geschädigten werden wir alle Wege verfolgen, die durch Fakten und Recht gedeckt sind, gegen diejenigen, die ihre Position ausgenutzt und auf Kosten der Gläubiger von Terraform Labs erhebliche Gewinne erzielt haben.“
Jane Street weist die Vorwürfe entschieden zurück. Ein Sprecher sagte gegenüber dem Wall Street Journal:
„Diese verzweifelte Klage ist ein transparenter Versuch, Geld zu erlangen, obwohl längst feststeht, dass die Verluste der Terra- und Luna-Inhaber das Ergebnis eines milliardenschweren Betrugs durch das Management von Terraform Labs waren. Wir werden uns gegen diese haltlosen, opportunistischen Vorwürfe mit Nachdruck verteidigen.“
Der Zusammenbruch von Terraform zerstörte 2022 laut Schätzungen rund 40 Milliarden US-Dollar an Marktwert und löste eine Kettenreaktion in der Branche aus. In der Folge gerieten unter anderem FTX, BlockFi und weitere US-Krypto-Unternehmen in die Insolvenz. Terraform selbst meldete im Januar 2024 Insolvenz an.
Hinzu kommt: Das Unternehmen einigte sich mit der US-Börsenaufsicht SEC auf einen Vergleich über 4,47 Milliarden US-Dollar, nachdem eine Jury eine Haftung wegen Betrugs festgestellt hatte.
Bereits im Dezember 2025 verklagte er Jump Trading sowie weitere Personen vor einem US-Bundesgericht in Illinois und forderte rund 4 Milliarden US-Dollar. In dieser Klage wirft er Jump vor, nicht nur vom Terra-Ökosystem profitiert zu haben, sondern durch angeblich geheime Stützungsmaßnahmen für UST und vorteilhafte Insider-Absprachen zum späteren Zusammenbruch beigetragen zu haben. Auch Jump weist die Vorwürfe zurück.

